12, 8[1-8] Sommer 1887
8 [1]
Das Problem der Wahrheit.
Das Bedürfniß nach Glauben ist der größte Hemmschuh der Wahrhaftigkeit.
Der Wille zur Wahrheit |
| Die Falschheit. | Die unbewußte Falschheit. |
Jeder souveräne Instinkt hat die anderen zu seinen Werkzeugen, Hofstaat, Schmeichlern: er läßt sich nie bei seinem häßlichen Namen nennen: und er duldet keine anderen Lobsprüche, bei denen er nicht indirekt mit gelobt wird.
Um jeden souveränen Instinkt herum krystallisirt sich alles Loben und Tadeln überhaupt zu einer festen Ordnung und Etiquette.
Dies die Eine Ursache der Falschheit.
Jeder nach Herrschaft strebende, aber unter einem Joch befindliche Instinkt, braucht für sich, zur Unterstützung seines Selbstgefühls, zur Stärkung, alle schönen Namen und anerkannten Werthe: so daß er sich hervor wagt zumeist unter dem Namen des von ihm bekämpften “Herren,” von dem er frei werden will. (Z.B. unter der Herrschaft christlicher Werthe die fleischliche Begierde oder die Machtbegierde)
Dies die andere Ursache der Falschheit.
In beiden Fällen herrscht vollkommene Naivetät: die Falschheit tritt nicht ins Bewußtsein. Es ist ein Zeichen von gebrochenem Instinkt, wenn der Mensch das Treibende und dessen “Ausdruck” (“die Maske”) getrennt sieht—ein Zeichen von Selbstwiderspruch, und viel weniger siegreich. Die absolute Unschuld in der Gebärde, im Wort, im Affekt, das “gute Gewissen” in der Falschheit, die Sicherheit, mit der man nach den größten und prachtvollsten Worten und Stellungen faßt—Alles nothwendig zum Siege.
Im anderen Falle: bei extremer Hellsichtigkeit bedarf es Genie des Schauspielers und ungeheure Zucht in der Selbstbeherrschung, um zu siegen. Deshalb Priester die geschicktesten bewußten Heuchler; sodann Fürsten, denen ihr Rang und ihre Abkunft eine Art von Schauspielerei großzüchtet. Drittens Gesellschafts-Menschen, Diplomaten. Viertens Frauen.
Grundgedanke: Die Falschheit erscheint so tief, so allseitig, der Wille ist dergestalt gegen das direkte Sichselbst-Erkennen und Bei-Namen-nennen gerichtet, daß die Vermuthung sehr große Wahrscheinlichkeit hat: Wahrheit, Wille zur Wahrheit sei eigentlich etwas ganz Andres und auch nur eine Verkleidung.
Die Sinnlichkeit in ihren Verkleidungen
als Idealismus (“Plato”), der Jugend eigen, dieselbe Art von Hohlspiegel-Bild schaffend, wie die Geliebte im Speziellen erscheint, eine Inkrustation Vergrößerung Verklärung, Unendlichkeit um jedes Ding legend
in der Religion der Liebe: “ein schöner junger Mann, ein schönes Weib,” irgendwie göttlich, ein Bräutigam, eine Braut der Seele
in der Kunst, als “schmückende” Gewalt: wie der Mann das Weib sieht, indem er ihr gleichsam alles zum Präsent macht, was es von Vorzügen giebt, so legt die Sinnlichkeit des Künstlers in Ein Objekt, was er sonst noch ehrt und hochhält—dergestalt vollendet er ein Objekt (“idealisirt” es)
Das Weib, unter dem Bewußtsein, was der Mann in Bezug auf das Weib empfindet, kommt dessen Bemühen nach Idealisirung entgegen, indem es sich schmückt, schön geht, tanzt, zarte Gedanken äußert: insgleichen übt sie Scham, Zurückhaltung, Distanz—mit dem Instinkt dafür, daß damit das idealisirende Vermögen des Mannes wächst. (—Bei der ungeheuren Feinheit des weiblichen Instinkts bleibt die Scham keineswegs bewußte Heuchelei: sie erräth, daß gerade die naive wirkliche Schamhaftigkeit den Mann am meisten verführt und zur Überschätzung drängt. Darum ist das Weib naiv—aus Feinheit des Instinkts, welcher ihr die Nützlichkeit des Unschuldig-seins anräth. Ein willentliches Die-Augen-über-sich-geschlossen-halten ...
Überall, wo die Verstellung stärker wirkt, wenn sie unbewußt ist, wird sie unbewußt.
zur Genesis der Kunst. Jenes Vollkommen-machen, Vollkommen-sehen, welches dem mit geschlechtlichen Kräften überladenen cerebralen System zu eigen ist (der Abend zusammen mit der Geliebten, die kleinsten Zufälligkeiten verklärt, das Leben eine Abfolge sublimer Dinge, “das Unglück des unglücklich-Liebenden mehr werth als irgend etwas”): andrerseits wirkt jedes Vollkommene und Schöne als unbewußte Erinnerung jenes verliebten Zustandes und seiner Art zu sehen—jede Vollkommenheit, die ganze Schönheit der Dinge erweckt durch contiguity die aphrodisische Seligkeit wieder. Physiologisch: der schaffende Instinkt des Künstlers und die Vertheilung des semen ins Blut ... Das Verlangen nach Kunst und Schönheit ist ein indirektes Verlangen nach den Entzückungendes Geschlechtstriebes, welche er dem Cerebrum mittheilt. Die vollkommen gewordene Welt, durch “Liebe” ...
| Der “Heerdentrieb” in seiner Verkleidung |
| Der Lügen- und Verstellungstrieb am Künstler hervorbrechend |
| Der contemplative Trieb in seiner Verkleidung. |
| Die Grausamkeit in ihrer Verkleidung |
| Krankheit und Entartung in ihren Verkleidungen |
| Das Alter in seiner Verkleidung |
| (als Nihilism |
| (als Wiederkehr jugendlicher und vererbter Werthe |
| —die Spannkraft des Intellekts und Charakters ist gebrochen z.B. R W |
| Die Verkleidung der vis inertiae |
8 [2]
Zur Psychologie der Metaphysik
Diese Welt ist scheinbar—folglich giebt es eine wahre Welt.
Diese Welt ist bedingt—folglich giebt es eine unbedingte Welt.
Diese Welt ist widerspruchsvoll—folglich giebt es eine widerspruchslose Welt.
Diese Welt ist werdend—folglich giebt es eine seiende Welt.
Lauter falsche Schlüsse (blindes Vertrauen in die Vernunft: wenn A ist, so muß auch sein Gegensatz-Begriff B sein)
Zu diesen Schlüssen inspirirt das Leiden: im Grunde sind es Wünsche, es möchte eine solche Welt geben; ebenfalls drückt sich der Haß gegen eine Welt, die leiden macht, darin aus, daß eine andere imaginirt wird, eine werthvolle: das Ressentiment der Metaphysiker gegen das wirkliche ist hier schöpferisch.
Zweite Reihe von Fragen: wozu Leiden? ... und hier ergiebt sich ein Schluß auf das Verhältniß der wahren Welt zu unsrer scheinbaren, wandelbaren, leidenden und widerspruchsvollen.
1) Leiden als Folge des Irrthums: wie ist Irrthum möglich?
2) Leiden als Folge von Schuld: wie ist Schuld möglich?
(—lauter Erfahrungen aus der Natursphäre oder der Gesellschaft universalisirt und ins “An-sich” projicirt)
Wenn aber die bedingte Welt ursächlich von der unbedingten bedingt ist, so muß die Freiheit zum Irrthum und zur Schuld mit von ihr bedingt sein: und wieder fragt man wozu? ... Die Welt des Scheins, des Werdens, des Widerspruchs, des Leidens ist also gewollt: wozu?
Der Fehler dieser Schlüsse: zwei gegensätzliche Begriffe sind gebildet,—weil dem einen von ihnen eine Realität entspricht, “muß” auch dem anderen eine Realität entsprechen. “Woher sollte man sonst dessen Gegenbegriff haben?”— Vernunft somit als eine Offenbarungs-Quelle über Ansich-Seiendes.
Aber die Herkunft jener Gegensätze braucht nicht nothwendig auf eine übernatürliche Quelle der Vernunft zurückzugehen: es genügt die wahre Genesis der Begriffe dagegen zu stellen:—diese stammt aus der praktischen Sphäre, aus der Nützlichkeitssphäre und hat eben daher ihren starken Glauben (man geht daran zu Grunde, wenn man nicht gemäß dieser Vernunft schließt: aber damit ist das nicht “bewiesen,” was sie behauptet)
Die Präokkupation durch das Leiden bei den Metaphysikern: ist ganz naiv. “Ewige Seligkeit”: psychologischer Unsinn. Tapfere und schöpferische Menschen fassen Lust und Leid nie als letzte Werthfragen,—es sind Begleit-Zustände, man muß Beides wollen, wenn man etwas erreichen will.— Darin drückt sich etwas Müdes und Krankes an den Metaphysikern und Religiösen aus, daß sie Lust- und Leidprobleme im Vordergrunde sehen. Auch die Moral hat nur deshalb für sie solche Wichtigkeit, weil sie als wesentliche Bedingung in Hinsicht auf Abschaffung des Leidens gilt.
Insgleichen die Präokkupation durch Schein und Irrthum: Ursache von Leiden, Aberglaube, daß das Glück mit der Wahrheit verbunden sei (Verwechslung: das Glück in der “Gewißheit,” im “Glauben”)
8 [3]
zu “homines religiosi”
Was bedeuten asketische Ideale?
Vorform der noch neuen contemplativen Lebensweise, extrem, um Respekt zu finden und sich selbst Respekt zu machen (gegen das “schlechte Gewissen” der Inaktivität) deren Bedingungen werden gesucht
ein Sinn für Reinlichkeit der Seele, barock ausgedrückt
ein Zuchthäusler-Zustand (eine Menge Delikatessen sich vorbereitend), als Remedur für eine überwilde Begehrlichkeit (welche den “Verleitungen” aus dem Wege geht)—als Haß gegen Sinne, Leben sich äußernd.
eine Verarmung des Lebens, ein Bedürfniß nach Indolenz, Ruhe. Kunstgriff des Fakirs. “Alter”
eine krankhafte Verletzlichkeit, Empfindsamkeit, etwas Alt-Jüngferliches, das dem Leben aus dem Wege geht: mitunter eine falsch geleitete Erotik und Hysterie der “Liebe”
Kritik der Demuth (“der absolute Gehorsam”) mitunter der Instinkt der Macht, nach absoluten “Werkzeugen” zu suchen oder als Werkzeug am meisten zu erreichen. Die Klugheit daran, die Faulheit (ebenso wie in Armut und Keuschheit)
Kritik der Armuth (die scheinbare Verzichtleistung und die Concurrenz, als Klugheitsmittel auf dem Wege zur Herrschaft.
Kritik der Keuschheit. Nützlichkeit: sie giebt Zeit, Unabhängigkeit—intellekt Verwöhnung, die es unter Weibchen nicht aushält—Familien sind große Schwatznester. erhält Kraft, hält manche Krankheit fern. Freiheit von Weib und Kind hält eine Menge Versuchungen fern (Luxus, Servilität gegen Macht, Einordnung
Ein Mensch in dem sich die geheimnißreiche Vielheit und Fülle der Natur auswirkt, eine Synthesis des Furchtbaren und des Entzückenden, etwas Versprechendes, etwas Mehr-Wissendes, etwas Mehr-könnendes. Das asketische Ideal drückt immer ein Mißrathen aus, eine Entbehrung, einen physiologischen Widerspruch. Es macht nachdenklich, daß eigentlich nur diese Asketen-Species Priester den gegenwärtigen Menschen noch bekannt ist: es ist ein Ausdruck von Entartung und Mißrathensein des Menschen überhaupt.— Und wie wir von romantischen Künstlern reden, so dürfte man sagen, daß uns eigentlich nur der romantische Priester bekannt ist—daß an sich der klassische Priester möglich ist, daß er wahrscheinlich auch dagewesen ist. Stelle man sich mit dieser Möglichkeit eines kl Pr vor Plato im museo Borbonico Neapels: die Archäologen sind ungewiß, ob es nicht ein bärtiger Dionysos sei. Das soll uns gleichgültig sein: gewiß ist, daß man hier einen priesterlichen Typus voraussetzt,—keinen asketischen Typus ...
Der Priester des Christenthums repräsentirt die Widernatur, die Macht der Weisheit und der Güte, aber die widernatürliche Macht und die widernatürliche Weisheit, die widernatürliche Güte: die Feindschaft gegen die Macht, die Erkenntniß und diedie Macht als Wunder-Macht
die Weisheit als Wider-Vernunft
die Liebe als Wider-Geschlechtlichkeit
der Haß gegen die Mächtigen der Erde und ein versteckter grundsätzlicher Wettkampf und Wettstreit—man will die Seele, man läßt ihnen den Leib —
der Haß gegen den Geist, den Stolz, den Muth, die Freiheit, Ausgelassenheit des Geistes
der Haß gegen die Sinne, gegen die Freuden der Sinne, gegen die Freude überhaupt und eine Todfeindschaft gegen die Sinnlichkeit und Geschlechtlichkeit
das christliche Priesterthum hat es auf dem Gewissen—der verleumderische und schnöde Wille zum Mißverständniß mit dem der Geschlechtlichkeit in den Culten und Mysterien von den Anfängen ...
der christliche Priester ist von Anfang an der Todfeind der Sinnlichkeit: man kann sich keinen größeren Gegensatz denken, als die unschuldig ahnungsvolle und feierliche Haltung, mit der z.B. in den ehrwürdigsten Frauenkulten Athens die Gegenwart der geschlechtlichen Symbole. Der Akt der Zeugung ist das Geheimniß an sich in allen nicht-asketischen Religionen: eine Art Symbol der Vollendung und der geheimnißvollen Absicht, der Zukunft (Wiedergeburt, Unsterblichkeit
8 [4]
Die Guten und die Verbesserer.
Der Haß gegen die Leiblich- und Seelisch-Privilegirten: Aufstand der häßlichen mißrathenen Seelen gegen die schönen stolzen wohlgemuthen
ihr Mittel: Verdächtigung der Schönheit, des Stolzes, der Freude
| das Widernatürliche als das Höhere | “es giebt kein Verdienst” “die Gefahr ist ungeheuer: man soll zittern und sich schlecht befinden” “die Natürlichkeit ist böse; der Natur widerstreben ist das Rechte. Auch der “Vernunft.” |
wieder sind es die Priester, die diesen Zustand ausbeuten und das “Volk” für sich gewinnen. “Der Sünder,” an dem Gott mehr Freude hat als am “Gerechten”
dies ist der Kampf gegen das “Heidenthum” (der Gewissensbiß als Mittel, die seelische Harmonie zu zerstören)
Der Haß der Durchschnittlichen gegen die Ausnahmen, der Heerde gegen die Unabhängigen
| die Sitte als eigentliche “Sittlichkeit” | Wendung gegen den “Egoismus”: Werth hat allein das “dem Anderen” “wir sind alle gleich” gegen die Herrschsucht, gegen “Herrschen” überhaupt |
| gegen das Vorrecht gegen Sektirer, Freigeister, Skeptiker gegen die Philosophie (als dem Werkzeug- und Ecken-Instinkt entgegen) bei Philosophen selbst “der kategorische Imperativ,” das Wesen des Moralischen “allgemein und überall” |
Die drei Behauptungen:
das Unvornehme ist das Höhere (Protest des “gemeinen Mannes”)
das Widernatürliche ist das Höhere (Protest der Schlechtweggekommenen)
das Durchschnittliche ist das Höhere (Protest der Heerde, der “Mittleren”)
In der Geschichte der Moral drückt sich also ein Wille zur Macht aus, durch den
| bald die Sklaven und Unterdrückten, bald die Mißrathenen und An-sich-Leidenden bald die Mittelmäßigen | den Versuch machen, die ihnen günstigsten Werthurtheile durchzusetzen. |
Insofern ist das Phänomen der Moral vom Standpunkt der Biologie aus höchst bedenklich. Die Moral hat sich bisher entwickelt auf Unkosten:
| der Herrschenden und ihrer spezifischen Instinkte der Wohlgerathenen und schönen Naturen der Unabhängigen und Privilegirten in irgend einem Sinne | |
Die Moral ist also eine Gegenbewegung gegen die Bemühungen der Natur, es zu einem höheren Typus zu bringen. Ihre Wirkung ist:
Mißtrauen gegen das Leben überhaupt (insofern dessen Tendenzen als “unmoralisch” empfunden werden Sinnlosigkeit, insofern die obersten Werthe als im Gegensatz zu den obersten Instinkten empfunden werden—Widersinn.
Entartung und Selbstzerstörung der “höheren Naturen,” weil gerade in ihnen der Conflikt bewußt wird.
Sklavenaufstand in der Moral: das Ressentiment schöpferisch. Die Zerdrückten, Niedergetretenen, denen die eigentliche Reaktion versagt ist.
Folglich: ein negativer Werth zuerst (umgekehrt als bei der vornehmen Moral, die aus dem Gefühl eines triumphirenden Ja-sagens zu sich selbst entspringt).
“der Böse” (eigentlich der Starke)
Methode der Verleumdung der aristokratischen Werthe: (Stolz, Schönheit, Glück, Heiterkeit, Sinnlichkeit, Reichthum
mit Hülfe des 1) Nicht-sehen-wollens 2) des Falsch-sehen-wollens 3) des Hinein-sehen-wollens.
Umkehrung: Versuch, das ressentiment selbst als Tugend auszulegen (Gerechtigkeits-Sinn)
die thatsächliche ängstliche Niedrigkeit als “Demuth”
das Inoffensive, die “Feigheit,” das Warten als “Geduld” als “Güte,” als “Liebe der Feinde,” als “Menschenliebe” auch als “Gehorsam gegen Gott,” der der “Obrigkeit” zu gehorchen befiehlt
den Wunsch nach Rache als “Siege Gottes über seine Feinde” insgleichen die Grausamkeit beim Anblick einer Niederlage als “Triumph über Gottes Gerechtigkeit”
ihr Elend als Prüfung, Vorbereitung der “Auserwählten,” Auszeichnung, selbst als Klugheit (“damit reichlicher einst vergolten wird”)
das Leben in der “Hoffnung,” in der “Liebe,” im “Glauben” (an einen Gott der Armen und Gedrückten)
die Ehre der Armut als “Gottesdienst”
Versuch, in summa, mit sich zufrieden zu sein und sich zu überreden, daß “man nicht nur besser sei,” sondern auch “es besser habe.” Die “Guten,” eigentlich die Schwachen.
— Tiefste Unehrlichkeit und Verlogenheit dabei. —
Die Verinnerlichung des Menschen (als Krankheit)
Die V entsteht, daß mächtige Triebe, denen mit Einrichtung des Friedens und der Gesellschaft die Entladung nach außen versagt wird, sich nach innen zu schadlos zu halten suchen, im Bunde mit der Imagination. Das Bedürfniß nach Feindschaft, Grausamkeit, Rache, Gewaltsamkeit wendet sich zurück, “tritt zurück”; im Erkennen-wollen ist Habsucht und Erobern; im Künstler tritt die zurückgetretene Verstellungs- und Lügenkraft auf; die Triebe werden zu Dämonen umgeschaffen, mit denen es Kampf giebt usw.
Die Bewußtheit als Krankheit
Der Mensch sich immer wieder in Lagen versetzend, für die er noch keinen Instinkt hat: also zeitweilig experimentirend und auf Grund von “Schlüssen” handelnd, nicht von Instinkten. “Rationalistische” Ereignisse z.B. die französische Revolution.
Das schlechte Gewissen dem Neuen anhaftend
z.B. der Ehe
den milden mitleidigen vergeberischen Gefühlen (lange mit Selbstvernichtung verknüpft)
dem Willen zur Forschung (als wider die Autorität gerichtet)
den großen Natur-Überwältigungen (als Gottlosigkeiten)
dem Frieden
dem Handelsmann, dem Zöllner
bei den vornehmen Geschlechtern, die auf Rache verzichten, der obersten Gewalt gegenüber.
also das “Rechtsbewußtsein” mit dem schlechten Gewissen verschwistert
8 [5]
jede Ungerechtigkeit etwas unfreiwilliges: folglich eine συμφορά: so Plato in 9. und 11 B der Gesetze in Hinsicht auf Tempelraub und Elternmord.
8 [6]
Die Entwicklung der persönlichen Verantwortlichkeit zurückgehalten: durch die straff gespannte Geschlechts-Organisation (die Folge traf nicht den Thäter, und jeder trug die Folgen Aller—am wunderlichsten war es wohl mit dem “Gewissen” des Oberhaupts bestellt, der relativ Alles büßen mußte)
Die großen Ereignisse:
Sieg des Mannes über das Weib (kriegerisch, Herrenrecht
Sieg des Friedens über den Krieg
8 [7]
Die Lust an der Lüge als die Mutter der Kunst, Furcht und Sinnlichkeit als Mutter der Religion, das Nitimur in vetitum und die Neugierde als Mutter der Wissenschaft, die Grausamkeit als Mutter der unegoistischen Moral, die Reue als Ursprung der socialen Gleichheits-Bewegung, der Wille zur Macht als Ursprung der Gerechtigkeit, der Krieg als der Vater (des guten Gewissens und der Heiterkeit) der Ehrlichkeit, das Herrenrecht als der Ursprung der Familie; das Mißtrauen als die Wurzel der Gerechtigkeit und Contemplation
8 [8]
Zarathustra
An diesem Werk muß Einem jedes Wort einmal wehgethan und verwundet, und wieder einmal tief entzückt haben:—was man nicht so verstanden hat, hat man gar nicht verstanden.
12, 8[1-8] Sommer 1887
8 [1]
Проблема истины.
Потребность в вере — наибольшее препятствие для правдивости.
Воля к истине |
| Лживость. | Бессознательная лживость. |
По отношению к любому суверенному инстинкту все другие выступают его орудиями, царедворцами, льстецами: он никогда не позволит назвать себя своим подлинным отвратительным именем: и он не потерпит никаких иных восхвалений, кроме тех, в которых его не восхваляли бы косвенно.
Вокруг любого суверенного инстинкта кристаллизуется всякое восхваление и порицание вообще, становясь принятым порядком и этикетом.
Вот одна причина лживости.
Любой стремящийся к господству, но находящийся под игом инстинкт, чтобы сохранить свою самоидентичность, чтобы окрепнуть, нуждается во всех, какие ни есть, красивых именах и общепризнанных ценностях: тогда он отваживается выступить чаще всего под именем «господина», на которого нападает, от которого хочет освободиться. (К примеру, плотские желания или властолюбие — под владычеством христианских ценностей.)
Вот вторая причина лживости.
В обоих случаях царит полнейшая наивность: лживость не доходит до сознания. Когда человек воспринимает движущую силу и ее «выражение» («маску») по отдельности, это — признак надломленного инстинкта, признак разлада с собою; такой почти не способен побеждать. Абсолютная естественность жеста, слова, ложь с «чистой совестью», уверенность, с какою человек усваивает все более громкие и пышные слова и позы, — все это необходимо для победы.
А вот другой случай: при крайней прозорливости, чтобы победить, нужен гений актера и чудовищная выучка в самообладании. Поэтому наиболее ловкие сознательные ханжи — это жрецы; за ними идут князья, в которых своего рода актерство выработано их рангом и происхождением. На третьем месте — светские люди, дипломаты. На четвертом — женщины.
Основная идея: лживость кажется столь закоренелой, столь всесторонней, воля в такой степени направлена против непосредственного самопознания, против называния вещей своими именами, что приобретает весьма большую вероятность правильность следующего предположения: истина, воля к истине — это, в сущности, нечто совершенно другое, но тоже своего рода маскировка.
Чувственность и способы ее маскировки
в качестве идеализма («Платон»), свойственного юности, создающего тот вид отражения в вогнутом зеркале, каким в частном случае выступает возлюбленная, — это некая инкрустация, увеличение, осветление, образующие вокруг предмета ореол бесконечности
в религии любви: «прекрасный молодой человек, прекрасная женщина», в своем роде божественные, некий жених, некая невеста души
в искусстве — в качестве его «приукрашивающей» власти: как мужчина относится к женщине, словно бы преподнося ей в дар все на свете, что только есть хорошего, так и чувственность художника вкладывает в один объект одним махом все то, что он чтит и высоко ставит, — таким образом он делает этот объект законченным («идеализирует» его)
Женщина, понимая, что чувствует мужчина по отношению к женщине, идет навстречу его стремлению идеализировать, когда себя украшает, ходит изящною походкой, красиво танцует, рассуждает благопристойно, а равным образом проявляет стыдливость, сдержанность, недоступность, — инстинктивно ощущая, что благодаря этому идеализирующая способность мужчины только возрастает. (— При всей чудовищной хитрости женского инстинкта стыдливость ни в коем случае нельзя понимать как осознанное лицемерие: она чует, что мужчину более всего соблазняет именно настоящая наивная стыдливость, понукая его слишком высоко ценить женщину. Поэтому женщина наивна — из хитрости инстинкта, внушающего ей мысль о том, что быть невинной — полезно. Как-то умышленно закрывать на себя глаза ...)
Всюду, где притворство крепчает, будучи бессознательным, — оно становится бессознательным.
о происхождении искусства. То доведение до совершенства, стремление видеть что-либо совершенным, которое присуще перегруженной половыми энергиями церебральной системе (вечер, проведенный с возлюбленной, заливающий своим светом малейшие случайности; жизнь как череда утонченных ощущений; «несчастье безответно любящего — дороже всего остального»): с другой же стороны, все совершенное и прекрасное действует как бессознательное воспоминание о состоянии влюбленности и его взгляда на вещи — любое совершенство, вся красота мира благодаря contiguity вновь пробуждают афродизийское блаженство. Физиологически говоря: созидательный инстинкт художника — и растворение semen в крови ... Стремление к искусству и красоте — косвенно выраженное стремление к восторгам полового влечения, сообщающегося этим стремлением мозгу. Мир, ставший совершенным, благодаря «любви»
| «Стадный инстинкт» в замаскированном виде |
| Инстинкт лжи и притворства, прорывающийся у художника |
| Созерцательный инстинкт в замаскированном виде. |
| Жестокость в замаскированном виде |
| Болезнь и вырождение в замаскированном виде |
| Старение в замаскированном виде |
| (в обличьи нигилизма |
| (в обличьи возвращения юношеских и унаследованных ценностей |
| — когда энергия ума и характера утрачена, как, к примеру, у Рихарда Вагнера) |
| Vis inertiae в замаскированном виде |
8 [2]
К психологии метафизики
Этот мир — мир видимый, следовательно, существует некий истинный мир.
Этот мир — мир обусловленный, следовательно, существует некий безусловный мир.
Этот мир — противоречив, следовательно, существует некий мир без противоречий.
Этот мир — мир становления, следовательно, существует некий мир бытия.
Сугубо ложные умозаключения (слепое доверие к разуму: если есть А, то должно быть и противоположное ему понятие В)
Внушает эти умозаключения страдание: в сущности, это пожелания, чтобы был некий подобный мир; подобным же образом ненависть к миру, который заставляет страдать, выражается в том, что в воображении возникает некий иной, ценный: ressentiment метафизиков на действительность становится тут творческим.
Другая серия вопросов: для чего страдать? ... и тут делается вывод об отношении истинного мира к нашему видимому, изменчивому, полному страданий и противоречий миру.
1) страдание как следствие заблуждения: как возможно заблуждение?
2) страдание как следствие вины: как возможна вина?
(— исключительно впечатления, полученные из природной сферы или от общества, обобщенные и проецированные на нечто «само по себе»)
Но если мир, обусловленный причинно, обусловлен миром безусловным, то заодно им должна быть обусловлена и свобода заблуждаться и грешить: и опять-таки спрашивается, для чего? ... Стало быть, мир видимости, становления, противоречия, страдания был нужен: для чего?
Порок этих заключений: образованы два противоположных понятия — поскольку одному из них соответствует некая реальность, то некая реальность «должна» соответствовать и второму. «А иначе откуда же было взяться этому противоположному понятию?» — Тем самым разум принимается за источник откровения о сущем самом по себе.
Но происхождение этих самых противоположностей вовсе не обязательно возводить к сверхъестественному источнику разума: достаточно заменить его подлинным генезисом этих понятий — разум возникает в практической сфере, в сфере полезного: именно оттуда происходит крепкая вера в него (тот, кто не следует этому разуму, гибнет: но это вовсе еще не «доказывает» правоты его утверждений).
Предубежденность на почве страдания у метафизиков: она решительно наивна. «Вечное блаженство»: с точки зрения психологии, нелепость. Для людей отважных и творческих наслаждение и боль — вовсе не предельные ценностные вопросы: это побочные состояния, и тот, кто хочет чего-то добиться, должен желать того и другого. — В том-то и выражается утомленность и хворь метафизиков и верующих, что проблемы наслаждения и боли для них — на переднем плане. Да и мораль для них столь важна только потому, что считается главным условием в деле упразднения страданий.
Такова же предубежденность на почве видимости и заблуждения: причина страдания, суеверия — в том, что блаженство связано-де с истиною (подмена: блаженство подменяется «достоверностью», «верой»)
8 [3]
K «homines religiosi»
В чем смысл аскетических идеалов?
Предварительная форма покамест нового, созерцательного образа жизни — крайнее средство добиться уважения, в том числе и от себя самого (в противовес «нечистой совести», свойственной бездействию), — изыскиваются условия, которые делали бы его возможным.
вкус к опрятности душевной, выражаясь на барочный лад
душевное состояние каторжанина (предвкушающего целую кучу лакомств) — как лекарство от дикой чувственности (избегающей «подстрекательств»), проявляющейся в ненависти к чувствам, к жизни.
обнищание жизни, потребность в бесчувствии, в покое. Факирский прием. «Старость»
болезненная ранимость, уязвимость, что-то стародевичье, сторонящееся жизни: а порою извращенный эротизм и «любовная» истерия.
Критика смирения («абсолютной покорности»), порою — чутье на власть: подбирать себе абсолютные «орудия» или добиваться своего главным образом в роли орудия. Проявляемая при этом хитрость, леность (как и в случае бедности и целомудрия).
Критика бедности (этого мнимого отречения и конкуренции) как хитрости на пути к господству.
Критика целомудрия. выгоды: дает свободное время, независимость — интеллектуальную негу, в окружении бабенок невозможную, — семейный очаг — большой очаг болтовни. Оно сохраняет силы, не подпускает кое-какие болезни. Свобода от семьи не подпускает целую кучу искушений (роскоши, раболепства перед властью, вступления в ряды
Человек, в котором проявляется таинственное многообразие и полнота природы, синтез ужасающего и восхитительного, что-то многообещающее, какое-то превосходство в знании, в возможностях. Аскетический же идеал всегда выражает что-то неудачное, какую-то обделенность, физиологический разлад. Что вообще-то лишь эта разновидность аскетов — жрецы — еще известна современному человеку, весьма знаменательно: тут проявляется вырождение и неудачность человека в целом. И как мы говорим о художниках из романтиков, так можно сказать, что нам, в сущности, известен лишь жрец из романтиков — что сам по себе возможен и классический жрец, что он, вероятно, уже и был. Посмотрим-ка с точки зрения этой возможности классического жреца на Платона в museo Borbonico в Неаполе: археологи так и не решили, не Дионис ли это с бородою. А нам это должно быть безразлично: определенно можно предположить здесь тип жреца — а вовсе не тип аскета ...
Жрец христианский представляет начало противоестественное, власть мудрости и доброты, — но это власть противоестественная, противоестественная мудрость и противоестественная доброта: враждебность к власти, познанию и —
власть как власть чуда
мудрость как противо-мудрость
любовь как половая противоестественность
ненависть к сильным мира сего и затаенное принципиальное соперничество и состязание — для себя хотят души, им же предоставляют плоть —
ненависть к уму, гордости, мужеству, свободе, раскованности духа
ненависть к чувствам, к радостям чувств, к радости вообще и смертельная вражда к чувственности и эротизму
вот что на совести христианского жречества — клеветническое и оскорбительное желание вывернуть наизнанку то, что делали жрецы эротических культов и мистерий на заре ...
христианский жрец с самого начала — смертельный враг чувственности: нельзя представить себе более кричащей противоположности тому невинному, полному предчувствий и торжественному настроению, с которым, к примеру, переживалось присутствие половых символов в почтеннейших афинских женских культах. Акт зачатия — это само по себе уже таинство во всех неаскетических религиях: своего рода символ завершения и таинственного замысла, символ будущего (нового рождения, бессмертия
8 [4]
Добрые люди и улучшители.
Ненависть к людям, отмеченным телесными и душевными преимуществами: бунт душ безобразных, неудачных — против прекрасных, гордых, радостно-крепких
их средство: презрение к красоте, гордости, радости
| противоестественное как высшая ценность | «нет никаких заслуг» «опасность огромна: надо трепетать и пребывать в унынии» «все, что от природы, зло; надо — противиться природе. В том числе» |
те, кто эксплуатирует такое состояние, залучая «народ» для себя, — это опять-таки жрецы. «Грешник», угодный Богу более, чем «праведник».
это — борьба с «язычеством» (угрызение совести в качестве способа разрушить душевную гармонию)
Ненависть посредственности к исключениям, стада — к независимым
| обычай как истинная «нравственность» | нападение на «эгоизм»: ценно лишь то, что для «другого» «все мы одинаковы» ненависть к властолюбию, к «господам» вообще |
| к привилегиям к сектантам, свободомыслящим, скептикам к философии (она против инстинкта орудия и подполья) у самих философов — «категорический императив», природа морали «универсальна и повсеместна» |
Три тезиса:
все, что неблагородно, более ценно (протест «обывателя»)
все, что противно природе, более ценно (протест обойденных жизнью)
все посредственное более ценно (протест стада, «дюжинных людей»)
В истории морали, стало быть, выражается некая воля к власти, посредством которой
| то рабы и угнетенные, то неудачные и измученные собою, то посредственности | делают попытку провести в жизнь благоприятные для себя ценностные суждения. |
Вследствие этого феномен морали, с точки зрения биологии, есть нечто в высшей степени сомнительное. До сей поры мораль развивалась за счет:
| господствующих и их специфических инстинктов хорошо удавшихся и прекрасных натур людей независимых и наделенных привилегиями в каком-либо смысле | |
Мораль, стало быть, — реакция на усилия природы довести развитие до высшего типа. Следствие ее воздействия:
недоверие к жизни вообще (поскольку ее тенденции воспринимаются как «неморальные»)
бессмысленность, поскольку высшие ценности воспринимаются как противоречащие высшим инстинктам — «как» абсурд.
Вырождение и саморазрушение «высших натур», поскольку именно в них осознается этот конфликт.
Рабский бунт в морали: ressentiment становится творческим. Раздавленные, затоптанные, которым отказано в настоящей реакции.
Следовательно: на первом месте негативная ценность (в морали же благородства, возникающей из ощущения торжествующего приятия себя, — все наоборот).
«злой человек» (на самом деле — сильный)
Метод очернения аристократических ценностей: (гордости, красоты, счастья, непомраченности, чувственности, богатства)
при помощи: 1) нежелания видеть, 2) желания видеть превратно, 3) желания лезть в душу.
Его обращение: попытка истолковать даже ressentiment как добродетель (чувство справедливости)
наличная трусливая низость как «смирение»
беззубость, «робость», выжидание как «терпение» как «доброта», как «любовь к врагам своим», как «любовь к ближним», а также как «покорность Богу», который велит слушаться «начальства»
желание мести как «победы Господа над врагами его»
равным образом злорадство при виде чьего-нибудь поражения как «торжества Божьей справедливости»
их <раздавленных и затоптанных> жалкое состояние как испытание, «избранных», как отличие, даже как хитроумие («дабы тем обильнее было некогда воздаяние»)
жизнь в «надежде», «любви», «вере» (в Бога бедных и угнетенных)
почетность бедности как «богослужения»
попытка, in summa, быть собою довольным и убедить себя в том, что ты «не только лучше», но и что «тебе лучше живется». «Добрые люди», сиречь слабосильные.
— Глубочайшая нечестность и лживость во всем этом. —
Углубление в собственную душу (как болезнь)
Оно возникает благодаря тому, что могучие влечения, коим отказано во внешней разрядке из-за воцарения мира и благоустроения общества, стараются слишком многое наверстать внутри — делая это в союзе с воображением. Потребность во вражде, в лютости, мести, насилии обращается назад, «отступает»; в стремлении познать заключены алчность и захватничество; в художнике проявляется эта отступившая назад способность к притворству и лжи; влечения преображаются в демонов, с которыми ведется борьба, и т.д.
Сознательность как болезнь
Человек все вновь ввергает себя в положения, для коих у него нет покамест никакого инстинкта: стало быть, до поры до времени он экспериментирует и действует на основе «умозаключений», а не инстинктов. События «рационалистические», к примеру Французская революция.
Нечистая совесть, присущая новым веяниям
к примеру, браку
снисходительным, сострадательным, прощающим чувствам (долго связанным с самоуничижением)
стремлению исследовать (направленному против авторитета)
великим победам над природою (в качестве богомерзостей)
мирной жизни
купцу, мытарю
у благородных семейств, отказывающихся от мести в пользу высшей власти
стало быть, «правосознание» соединено с больною совестью родственными узами
8 [5]
любая несправедливость — нечто неумышленное: следственно, некая συμφορά: так у Платона в 9 и 11 книгах «Законов» в отношении осквернения храма и убийства родителей.
8 [6]
Развитие личной ответственности задержано: посредством строго поддерживаемой родовой организации (последствия касались не совершившего проступок — их ощущали на себе все рода — из ряду вон выходящее оставалось, видно, на «совести» главы рода, коему приходилось расплачиваться почти за все)
Великие события:
победа мужчины над женщиною (войско, мужская юрисдикция
победа мира над войною
8 [7]
Наслаждение ложью как мать искусства, страх и чувственность как мать религии, nitimur in vetitum и любопытство как мать науки, жестокость как мать неэгоистической морали, раскаяние как исток движения за социальное равенство, воля к власти как исток справедливости, ратный труд как отец (спокойной совести и непомраченности) честности, мужская юрисдикция как исток семьи; недоверчивость как корень справедливости и созерцательности
8 [8]
«Заратустра»
В этом сочинении каждое слово должно было сперва причинить боль и ранить, а уж потом вызывать глубокое восхищение: если кто понял это не так, то он вообще ничего не понял.