11, 41[1-16] August-September 1885

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Sils-Maria Ende August 1885

Friedrich Nietzsche, gesammelte Schriften.

Erstlinge.Die Geburt der Tragödie.
 Unzeitgemässe Betrachtungen.
 Rede über Homer.

Menschliches, Allzumenschliches. Ein Buch für freie Geister.

Unter uns.” Vermischte Meinungen und Sprüche.

Morgenröthe. Gedanken über die moralischen Vorurtheile

Gai saber. Vorspiel einer Philosophie der Zukunft.

Also sprach Zarathustra. Ein Buch für Alle und Keinen.

Mittag und Ewigkeit. Vermächtniss eines Wahrsagers.

“Exultabit Solitudo et florebit quasi lilium.”
Isaias

41 [2]

Neue unzeitgemässe Betrachtung.—

1.

Man verehrt und verachtet in jungen Jahren wie ein Narr und bringt wohl seine zartesten und höchsten Gefühle zur Auslegung von Menschen und Dingen dar, welche nicht zu uns gehören, so wenig als wir zu ihnen gehören. Jugend selber ist etwas Fälschendes und Betrügerisches. Es scheint, daß das Ehrfürchtige und Zornige, was der Jugend eignet, durchaus keine Ruhe hat, als bis es sich Menschen und Dinge so zurecht “gefälscht” hat, bis es an denselben seine Affekte entladen kann. Später, wo man stärker, tiefer, auch wahrhaftiger geworden ist, erschrickt man zu entdecken, wie wenig man damals die Augen offen gehabt hat, als man auf diesen Altären opferte. Man zürnt sich, all das Eitle, Übertreibende, Unächte, Geschminkte, Schauspielerische an unseren geliebten Götzen nicht gesehn zu haben,—man zürnt sich wegen dieser Selbst-Verblendung. Wie als ob sie eine unredliche Blindheit gewesen sei. In diesem Übergange nimmt man Rache an sich, durch Mißtrauen; man ist auf der Hut vor seinen begeisterten Gefühlen—ja “das gute Gewissen” selber erscheint Einem schon wie eine Gefahr, wie eine Selbst-Verschleierung und Ermüdung der eigenen Redlichkeit. Wieder ein Jahrzehend später: und man begreift, daß auch dies Alles noch—Jugend war.—

2.

— Was ich selber einstmals, in meinen “jungen Jahren,” über Schopenhauer und Richard Wagner schrieb und weniger schrieb als malte—vielleicht in einem allzuverwegenen übermüthigen überjugendlichen al fresco—das will ich am wenigsten heute auf “wahr” und “falsch” hin ins Einzelne prüfen. Gesetzt aber, ich hätte mich damals geirrt: mein Irrthum gereicht zum Mindesten weder den Genannten, noch mir selber zur Unehre! Es ist etwas, sich so zu irren; es ist auch etwas, gerade mich dergestalt zum Irrthume zu verführen. Auch war es mir in jedem Falle eine unschätzbare Wohlthat, damals als ich “den Philosophen” und “den Künstler” und gleichsam meinen eigenen “kategorischen Imperativ” zu malen beschloß,—meine neuen Farben nicht ganz in’s Unwirkliche hinein, sondern gleichsam auf vorgezeichnete Gestalten aufmalen zu können. Ohne daß ich es Wußte, sprach ich nur für mich, ja im Grunde nur von mir. Indessen: Alles, was ich damals erlebt habe, das sind für eine gewisse Art von Menschen typische Erlebnisse, welchen zu einem Ausdruck zu verhelfen Und wer mit einer jungen und feurigen Seele jene Schriften liest, wird vielleicht die schweren Gelöbnisse errathen, mit denen ich damals mich für mein Leben band,—mit denen ich mich zu meinem Leben entschloß: möchte er Einer jener Wenigen sein, die sich zu einem gleichen Leben und zu gleichen Gelöbnissen entschließen—dürfen!

3.

Es gab einen Zeitpunkt, wo ich im Geheimen anfieng, über Richard Wagner zu lachen, damals als er zu seiner letzten Rolle sich anschickte und mit den Gebärden eines Wundermanns, Heil-Verkünders, Propheten, ja sogar Philosophen vor den lieben Deutschen auftrat. Und da ich noch nicht aufgehört hatte, ihn zu lieben, so biß mich mein eignes Gelächter noch in’s Herz: wie es zur Geschichte eines Jeden gehört, der von seinem Lehrer unabhängig wird und endlich seinen eignen Weg findet. In dieser Zeit entstand der hier folgende lebhafte Aufsatz, aus dem, wie mir scheint, mancher junge Deutsche auch heute noch seinen Gewinn ziehen kann:—ich selber, so wie ich jetzt gesinnt bin, würde Alles geduldiger, auch herzlicher und schonender gesagt wünschen. Inzwischen errieth ich Allzuviel von der schmerzlichen und schauerlichen Tragödie, welche hinter dem Leben eines solchen Menschen, wie Richard Wagner es war, verborgen liegt.

4.

Richard Wagner hat ohne allen Zweifel den Deutschen usw.

5.

Aber der Musiker Richard Wagner?— “Richard Wagner und kein Ende”: das ist heute die Loosung.

Aber wir Freunde der Musik sind damit am Ende unserer Geduld. Wir haben so lange die beste Miene zum bösen Spiele der Wagnerei gemacht und mit Hülfe aller Tugenden und Ästhetiken uns einen ganzen langen Regentag hindurch zugeredet und ermahnt: “wie schön ist auch das schlechte Wetter! Wie viel Reize liegen in den Falten des Unwetters versteckt! Wie fein sich der Regen auf die ‘unendliche Melodie’ versteht! Wie unvergleichlich leuchtet ein Blitz inmitten langer grauer Trübsal! Und gar der Donner: wie schön ist die Chromatik des Donners!” Aber endlich, endlich wollen wir auch den aufgeklärten Himmel wieder sehn und zum Mindesten den schönen Abend haben, den wir verdienen, nach einem so tugendhaften, aber so bösen Tage!— Wirklich? Den Abend? Will es denn wirklich schon “Abend werden”? Geht nun auch noch unsre beste Kunst, die Musik, auf die Neige? Meine Freunde, hier ist Einer, der nicht mehr daran glaubt! Es ist noch lange nicht Zeit für den Abend! Und Wagner bedeutete weder den Tag, noch den Abend unserer Kunst,—sondern nur einen gefährlichen Zwischenfall, eine Ausnahme und ein Fragezeichen, welches unser Gewissen auf die Probe gestellt hat! Noch zur rechten Zeit lernten wir Nein! sagen: jeder rechtschaffne und tiefe Musiker sagt heute Nein zu Wagner und zu sich selber, so weit er noch “wagnerisirt”—und zwar je gründlicher gerade er bei Wagner in die Schule gegangen, bei Wagner gelernt hat.

6.

Um so schlimmer mag es freilich um die geringer begabten, auch um die geld- und ehrgeizigen Musiker bestellt sein: es giebt gerade für sie ausgesuchte Verführungen in der Art Wagner’s, Musik zu machen. Es ist nämlich leicht, mit Wagnerischen Mitteln und Kunstgriffen zu componiren, es mag auch, bei dem demagogischen Verlangen heutiger Künstler nach Aufregung der “Massen,” lohnbringender sein, nämlich “wirkungsvoller,” “überwältigender,” “schlagender,” “packender,” und wie die verrätherischen Lieblingsworte des Theaterpöbels und der dilettantischen Schwärmer lauten. Aber was bedeutet zuletzt, in Sachen der Kunst, der Lärm und die Begeisterung von “Massen”! Gute Musik hat niemals ein “Publikum”:—sie ist und kann niemals “öffentlich” sein, sie gehört den Ausgesuchtesten zu, sie soll immer und allein—im Gleichnisse gesprochen—für diecamera” da sein! “Massen” fühlen den heraus, der ihnen am besten zu schmeicheln versteht, sie sind auf ihre Art allen demagogischen Talenten dankbar und geben es ihnen zurück, so gut sie können. (Wie “Massen” zu danken verstehen, mit welchem “Geiste” und “Geschmacke,” dafür gab der Tod Victor Hugo’s ein belehrendes Zeugniß: ist in allen Jahrhunderten Frankreichs zusammen so viel Frankreich entwürdigender Unsinn gedruckt und geredet worden, wie bei dieser Gelegenheit? Aber auch bei dem Begräbnisse Richard Wagner’s verstiegen sich die Schmeicheleien der Dankbarkeit bis hinauf zu dem “frommen” Wunsche: “Erlösung dem Erlöser!”—)

NB. Es ist kein Zweifel, daß die W Kunst heute auf die Massen wirkt: daß sie das kann—sollte damit nicht über diese Kunst selber etwas ausgesagt sein? Für drei gute Dinge in der Kunst haben “Massen” niemals Sinn gehabt, für Vornehmheit, für Logik und für Schönheit—pulchrum est paucorum hominum—: um nicht von einem noch besseren Dinge, vom großen Stile zu reden, zu welchem bisher auch die höchstgearteten Künstler der neueren Zeit weder Ja noch Nein sagen durften:—sie haben noch kein Recht auf ihn gehabt, sie fühlten sich vor ihm ferne und beschämt, und diese Scham war gerade noch ihre höchste Höhe! Vom großen Stile steht Wagner am Fernsten: das Ausschweifende und Heroisch-Prahlerische seiner Kunstmittel steht geradezu im Gegensatze zum großen Stile; und ebenso das Zärtlich-Verführerische, das Vielfältig-Reizende, das Unruhige, Ungewisse, Spannende, Augenblickliche, Heimlich-überschwängliche, die ganze “übersinnliche” Maskerade kranker Sinne, und was nur Alles im typischen Sinne “Wagnerisch” heißen darf. Und dennoch, trotz dem gründlichsten Unvermögen dazu: Wagner schielt nach dem großen Stile, er, der nicht einmal die gewöhnliche, rechte, ächte Logik vermag! Er weiß dies gut genug, er erkannte es zeitig: aber sofort gieng er daran, mit der unbedenklichen Schauspieler-Gewandtheit die seine Meisterschaft ausmacht, sich seinen Mangel zum Vortheile auszulegen. Es liegt im Unlogischen, Halblogischen viel Verführerisches:—das hat Wagner gründlich errathen—: namentlich für Deutsche, bei denen Unklarheit als “Tiefe” empfunden wird. Die Männlichkeit und Strenge einer logischen Entwicklung war ihm versagt: aber er fand “Wirkungsvolleres”! “Die Musik, hat er gelehrt, ist immer nur ein Mittel, der Zweck ist das Drama.” Das Drama? Nein, die Attitüde!—so wenigstens verstand es Wagner bei sich selber. Vor allem und zuerst die ergreifende Attitüde! Etwas, das umwirft und schaudern macht! Was liegt am “zureichenden Grunde”! Eine Art Vieldeutigkeit, selbst in der rhythmischen Phrasirung, gehört insgleichen unter seine liebsten Kunstmittel, eine Art Trunkenheit und Traumwandeln, welches nicht mehr zu “folgern” weiß und einen gefährlichen Willen zum blinden Folgen und Nachgeben entfesselt.

Man sehe nur unsre Frauen an, wenn sie “wagnetisirt” sind: welche “Unfreiheit des Willens”! Welcher Fatalismus im erlöschenden Blicke! Welches Geschehen-Lassen, über-sich-ergehen-lassen! Vielleicht ahnen sie sogar, daß sie, in diesem Zustande des “ausgehängten” Willens, einen Zauber und Reiz mehr für manche Art Männer haben?: welcher Grund mehr zur Anbetung ihres Cagliostro und Wundermanns! Bei den eigentlichen “Mänaden” der Wagner-Anbetung darf man unbedenklich sogar auf Hysterie und Krankheit schließen; irgend Etwas ist in ihrer Geschlechtlichkeit nicht in Ordnung; oder es fehlt an Kindern, oder, im erträglichsten Falle, an Männern.

7.

Was die Jünglinge betrifft, welche Wagner’n huldigen, so sind sie gemeinhin schlecht musikalisch. (Einer von den Besten sagte mir sogar einmal treuherzig “ich verstehe gar nichts von Musik, aber Wagner vereinigt alles Gute, was es heute giebt—er ist Antisemit, Vegetarianer und verabscheut die Vivisektion”) Die Wagnerischen Jünglinge, in manchem Betracht eine sehr erquickliche und edle Art von Jünglingen,—verehren in Wagnern ungefähr das Gleiche, was die leidenschaftlichen jünger Victor Hugo’s gegen 1828 in ihrem Abgotte verehrten: vor Allem den Meister großer Worte und Gebärden, den Fürsprecher aller schwellenden Gefühle, aller erhabenen Instinkte, sodann den wagenden Neuerer und Kettenlöser im Kampfe und Gegensatze zur älteren strengeren, vielleicht beschränkteren Kunstschulung, den Eröffner neuer Zugänge, neuer Ausblicke, neuer Fernen, neuer Tiefen und Höhen, endlich, und nicht am Wenigsten: diese deutsche Jugend verehrt an Wagnern das Befehlerische, die Fähigkeit, lärmend zu kommandiren, auf sich allein zu stehen, auf sich allein zurückzuweisen, hartnäckig zu sich selber Ja zu sagen, und immer im Namen des “auserwählten Volks,” der Deutschen!—kurz, das Volkstribunenhafte und Demagogische an Wagner. Von welchem schlechten, ja abscheulichen Geschmacke diese ganze “Selbst-in-Scene-Setzung” Wagner’s ist, davon sehen solche begeisterte Jünglinge noch Nichts: die Jugend hat einmal das Recht zum schlechten Geschmack,—es ist ihr Recht. Will man aber kennen lernen, wohin die Unschuld und die unbedenkliche Bereitwilligkeit von Jünglingen durch einen alten umgetriebenen Rattenfänger geführt und verführt werden kann, so werfe man einen Blick auf jenen litterarischen Sumpf, aus welchem zuletzt der altgewordene Meister mit seinen “Jungen” zu singen liebt (ist “Singen” das rechte Wort?) ich meine die übel berufenen “Bayreuther Blätter.” Das ist wirklich ein Sumpf: Anmaaßung, Deutschthümelei und Begriffswirrwarr im trübsten Durcheinander, ein unausstehlicher Zucker “süßesten” Mitleidens darüber gegossen, dazwischen jene schon angedeutete Neigung für grüne Gemüse und jene zweckbewußte Salbung und Rührseligkeit zu Gunsten der Thiere, dicht neben dem ungeschminkten ächten und gründlichen Hasse auf die Wissenschaft und überhaupt der Verhöhnung und Beschmutzung alles dessen, was Wagnern im Wege steht und stand—wie stand seinem Einflusse die vornehmere Natur Mendelssohns, die reinere Natur Schumann’s im Wege!—dabei ein kluges Ausschielen nach neuen Hülfstruppen, ein “Entgegenkommen” nach der Seite mächtiger Parteien hin, zum Beispiel das vollends unsaubere Spielen und Äugeln mit christlichen Symbolen—Wagner, der alte Atheist, Antinomist und Immoralist, ruft sogar einmal salbungsvoll das “Blut des Erlösers” an!—im Ganzen die Frechheit eines alten dick-umräucherten Oberpriesters, der über alle erdenklichen gerade ihm gänzlich entzogenen und verbotenen Bereiche des Denkens seine dunklen Gefühle wie Offenbarungen verlautbart; und dies Alles in einem Deutsch, einem eigentlichen Sumpf-Deutsch der Unklarheit und Übertreibung, wie es vielleicht selbst von den “deutsch”-feindlichsten Schülern Hegel’s nicht erreicht worden ist!

8.

Vielleicht, daß nunmehr erst deutlich gemacht werden kann, wohin Wagner gehört: nämlich nicht in die große Reihe der Eigentlichen und Ächten höchsten Ranges, nicht an diesen olympischen “Hof der Höfe.” Vielmehr gebührt Wagnern ein ganz anderer Rang und eine ganz andere Ehre—und in der That, keine kleine und gemeine: Wagner ist eines von jenen drei Schauspieler-Genie’s der Kunst, von welchen die Menge in diesem Jahrhundert—und es ist ja das “Jahrhundert der Menge”!—beinahe erst den Begriff “Künstler” gelernt hat: ich meine jene drei wunderlichen und gefährlichen Menschen, Paganini, Liszt, Wagner, welche, fragwürdig in die Mitte gestellt zwischen “Gott” und “Affe,” ebenso sehr zum “Nachmachen” als zum Erfinden, zum Schaffen in der Kunst des Nachmachens selber vorherbestimmt waren, und deren Instinkt alles errathen hat, was zum Zweck des Vortrags, des Ausdrucks, der Wirkung, der Bezauberung, der Verführung ausfindig und ausgiebig gemacht werden kann. Als dämonische Mittler und Kunst-Interpreten wurden sie—und sind sie heute die Meister aller Künstler der Interpretation überhaupt: Jedermann in diesen Kreisen hat von ihnen gelernt;—unter Schauspielern und ausübenden Spielleuten jeder Art wird man deshalb auch den Heerd und insgleichen die Herkunft des eigentlichen “Wagner-Cultus” zu suchen haben. Abgesehen aber von diesen Kreisen, denen man alles Recht zu ihrem Glauben und Aberglauben zusprechen darf, und im Hinblick auf die gesammte Erscheinung jener drei Schauspieler-Genies und ihren geheimsten und allgemeinsten Sinn komme ich bei mir nicht darüber hinweg, immer dieselbe Frage wieder aufzuwerfen: was sich in jenen Dreien scheinbar neu ausdrückt, ist das vielleicht doch nur der alte und ewige “Cagliostro,” nur neu verkleidet, neu in Scene gesetzt, “in Musik gesetzt,” in Religion gesetzt—wie es dem Geschmack des neuen Jahrhunderts—dem Jahrhundert der Menge, wie gesagt,—am besten entsprechen mag? Also nicht mehr wie der letzte Cagliostro als der Verführer einer vornehmen und ermüdeten Cultur, sondern—als demagogischer Cagliostro?— Und unsre Musik, mit deren Hülfe hier “gezaubert” wird:—was, ich bitte und frage euch, bedeutet unsere d M!

9.

— Dieser letzte Wagner, im Grunde ein zerbrochner und überwundener Mensch, der aber die große Schauspielerei nicht lassen konnte, dieser Wagner, der zuletzt gar noch von den “Entzückungen” sprach, die er dem protestantischen Abendmahle abzugewinnen wisse, während er zu gleicher Zeit mit seiner Parsifal-Musik allem eigentlich Römischen die Hände entgegenstreckte: dieser überallhin sich anbietende Schmeichler aller deutschen Eitelkeiten, Unklarheiten und Anmaaßungen,—dieser letzte Wagner sollte der letzte und höchste Gipfel unsrer Musik und der Ausdruck der endlich erreichten Synthesis der “deutschen Seele” sein, der Deutsche selber?— Es war im Sommer 1876, daß ich diesem Glauben bei mir abschwur; und damit begann jene Bewegung des deutschen Gewissens, von der sich heute immer ernstere, immer deutlichere Zeichen zu erkennen geben,—und der Rückgang der Wagnerei!

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Es giebt nur Geburtsadel, nur Geblütsadel. (Ich rede hier nicht vom Wörtchen “von” und dem Gothaischen Kalender: Einschaltung für Esel.) Wo von “Aristokraten des Geistes” geredet wird, da fehlt es zumeist nicht an Gründen, etwas zu verheimlichen; es ist bekanntermaaßen ein Leib-Wort unter ehrgeizigen Juden. Geist allein nämlich adelt nicht; vielmehr bedarf es erst etwas, das den Geist adelt.— Wessen bedarf es denn dazu? Des Geblüts.

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Die deutsche Philosophie als Ganzes—Leibnitz, Kant, Hegel, Schopenhauer, um die Großen zu nennen—ist die gründlichste Art Romantik und Heimweh, die es bisher gab: das Verlangen nach dem Besten, was jemals war. Man ist nirgends mehr heimisch, man verlangt zuletzt nach dem zurück, wo man irgendwie heimisch sein kann, weil man dort allein heimisch sein möchte: und das ist die griechische Welt! Aber gerade dorthin sind alle Brücken abgebrochen,—ausgenommen die Regenbogen der Begriffe! Und die führen überall hin, in alle Heimaten und “Vaterländer,” die es für Griechen-Seelen gegeben hat! Freilich: Man muß sehr fein sein, sehr leicht, sehr dünn, um über diese Brücken zu schreiten! Aber welches Glück liegt schon in diesem Willen zur Geistigkeit, fast zur Geisterhaftigkeit! Wie ferne ist man damit von “Druck und Stoß,” von der mechanistischen Tölpelei der Naturwissenschaft, von dem Jahrmarkts-Lärme der “modernen Ideen”! Man will zurück, durch die Kirchenväter zu den Griechen, aus dem Norden nach dem Süden, aus den Formeln zu den Formen; man genießt noch den Ausgang des Alterthums, das Christenthum, wie einen Zugang zu ihm, wie ein gutes Stück alter Welt selber, wie ein glitzerndes Mosaik antiker Begriffe und antiker Werthurtheile. Arabesken, Schnörkel, Rokoko scholastischer Abstraktionen—immer noch besser, nämlich feiner und dünner, als die Bauern- und Pöbel-Wirklichkeit des europäischen Nordens, immer noch ein Protest höherer Geistigkeit gegen den Bauernkrieg und Pöbel-Aufstand, der über den geistigen Geschmack im Norden Europa’s Herr geworden ist und welcher an dem großen “ungeistigen Menschen,” an Luther, seinen Anführer hatte:—In diesem Betracht ist deutsche Philosophie ein Stück Gegenreformation, sogar noch Renaissance, mindestens Wille zur Renaissance, Wille, fortzufahren in der Entdeckung des Alterthums, in der Aufgrabung der antiken Philosophie, vor Allem der Vorsokratiker—, der best-verschütteten aller griechischen Tempel! Vielleicht, daß man einige Jahrhunderte später urtheilen wird, daß alles deutsche Philosophiren darin seine eigentliche Würde habe, ein schrittweises Wiedergewinnen des antiken Bodens zu sein, und daß jeder Anspruch auf “Originalität” kleinlich und lächerlich klinge im Verhältnisse zu jenem höheren Anspruche der Deutschen, das Band, das zerrissen schien, neu gebunden zu haben, das Band mit den Griechen, dem bisher höchst gearteten Typus “Mensch.” Wir nähern uns heute allen jenen grundsätzlichen Formen der Weltauslegung wieder, welche der griechische Geist, in Anaximander, Heraklit, Parmenides, Empedokles, Demokrit und Anaxagoras, erfunden hat,—wir werden von Tag zu Tage griechischer, zuerst, wie billig, in Begriffen und Werthschätzungen, gleichsam als gräcisirende Gespenster: aber dereinst, hoffentlich auch mit unserem Leibe! Hierin liegt (und lag von jeher) meine Hoffnung für das deutsche Wesen!

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Man schlägt ein weibliches Buch auf:—und bald seufzt man “wieder eine verunglückte Köchin!”

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Zu den höchsten und erlauchtesten Menschen-Freuden, in denen das Dasein seine eigene Verklärung feiert, kommen, wie billig, nur die Allerseltensten und Best-Gerathenen: und auch diese nur, nachdem sie selber und ihre Vorfahren ein langes vorbereitendes Leben auf dieses Ziel hin, und nicht einmal im Wissen um dieses Ziel, gelebt haben. Dann wohnt ein überströmender Reichthum vielfältigster Kräfte und zugleich die behendeste Macht eines “freien Wollens” und herrschaftlichen Verfügens in Einem Menschen liebreich bei einander, der Geist ist dann ebenso in den Sinnen heimisch und zu Hause, wie die Sinne in dem Geiste zu Hause und heimisch sind; und Alles, was nur in diesem sich abspielt, muß auch in jenen ein feines außerordentliches Glück und Spiel auslösen. Und ebenfalls umgekehrt!—man denke über diese Umkehrung bei Gelegenheit von Hafis nach; selbst Goethe, wie sehr auch schon im abgeschwächten Bilde, giebt von diesem Vorgange eine Ahnung. Es ist wahrscheinlich, daß bei solchen vollkommenen und wohlgerathenen Menschen zuletzt die allersinnlichsten Verrichtungen von einem Gleichniß-Rausche der höchsten Geistigkeit verklärt werden; sie empfinden an sich eine Art Vergöttlichung des Leibes und sind am entferntesten von der Asketen-Philosophie des Satzes “Gott ist ein Geist”: wobei sich klar heraus stellt, daß der Asket “der mißrathene Mensch” ist, welcher nur ein Etwas an sich, und gerade das richtende und verurtheilende Etwas, gut heißt—und “Gott” heißt. Von jener Höhe der Freude, wo der Mensch sich selber und sich ganz und gar als eine vergöttlichte Form und Selbst-Rechtfertigung der Natur fühlt, bis hinab zu der Freude gesunder Bauern und gesunder Halbmensch-Thiere: diese ganze lange ungeheure Licht- und Farbenleiter des Glücks nannte der Grieche, nicht ohne die dankbaren Schauder dessen, der in ein Geheimniß eingeweiht ist, nicht ohne viele Vorsicht und fromme Schweigsamkeit—mit dem Götternamen: Dionysos.— Was wissen denn alle neueren Menschen, die Kinder einer brüchigen vielfachen kranken seltsamen Mutter, von dem Umfange des griechischen Glücks, was könnten sie davon wissen! Woher nähmen gar die Sklaven der “modernen Ideen” ein Recht zu dionysischen Feiern!

41 [7]

Als der griechische Leib und die griechische Seele “blühte,” und nicht etwa in Zuständen krankhafter Überschwenglichkeit und Tollheit, entstand jenes geheimnißreiche Symbol der höchsten bisher auf Erden erreichten Welt-Bejahung und Daseins-Verklärung. Hier ist ein Maaßstab gegeben, an dem Alles, was seitdem wuchs, als zu kurz, zu arm, zu eng befunden wird:—man spreche nur das Wort “Dionysos” vor den besten neueren Namen und Dingen aus, vor Goethe etwa, oder vor Beethoven, oder vor Shakespeare, oder vor Raffael: und auf Ein Mal fühlen wir unsre besten Dinge und Augenblicke gerichtet. Dionysos ist ein Richter!— Hat man mich verstanden?— Es ist kein Zweifel, daß die Griechen die letzten Geheimnisse “vom Schicksale der Seele” und Alles, was sie über die Erziehung und Läuterung, vor Allem über die unverrückbare Rangordnung und Werth-Ungleichheit von Mensch und Mensch wußten, sich aus ihren dionysischen Erfahrungen zu deuten suchten: hier ist für alles Griechische die große Tiefe, das große Schweigen,—man kennt die Griechen nicht, so lange hier der verborgene unterirdische Zugang noch verschüttet liegt. Zudringliche Gelehrten-Augen werden niemals etwas von diesen Dingen sehen, so viel Gelehrsamkeit auch im Dienste jener Ausgrabung noch verwendet werden muß—; selbst der edle Eifer solcher Freunde des Alterthums, wie Goethens und Winckelmanns, hat gerade hier etwas Unerlaubtes, fast Unbescheidenes. Warten und sich-vorbereiten; das Aufspringen neuer Quellen abwarten, in der Einsamkeit sich auf fremde Gesichte und Stimmen vorbereiten; vom Jahrmarkts-Staube und -Lärm dieser Zeit seine Seele immer reiner waschen; alles Christliche durch ein Überchristliches überwinden und nicht nur von sich abthun—denn die christliche Lehre war die Gegenlehre gegen die dionysische—; den Süden in sich wieder entdecken und einen hellen glänzenden geheimnißvollen Himmel des Südens über sich aufspannen; die südliche Gesundheit und verborgene Mächtigkeit der Seele sich wieder erobern; Schritt vor Schritt umfänglicher werden, übernationaler, europäischer, übereuropäischer, morgenländischer, endlich griechischer—denn das Griechische war die erste große Bindung und Synthesis alles Morgenländischen—: und eben damit der Anfang der europäischen Seele, die Entdeckung unsererneuen Welt”:—wer unter solchen Imperativen lebt, wer weiß, was dem eines Tages begegnen kann? Vielleicht eben—ein neuer Tag!

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Den deutschen Bildungs-Zuständen habe ich in jungen Jahren den Krieg erklärt und brav dabei meinen Degen geführt: anders geht es nicht. Die Weiber fort, auch die männlichen Weiber und Zärtlinge! das versteht nichts vom Kriege und jammert sich halbtodt über einen vergossenen Blutstropfen. Man rückt mir vor, ich hätte früher den alten David Strauß “umgebracht”? Ich werde wohl noch andere Menschenleben auf dein Gewissen haben—aber so bringt es Krieg und Sieg mit sich. Ein Ding, das zum Sterben reif ist: wozu dergleichen noch künstlich pflegen, schonen und einwickeln? An den deutschen Bildungs-Zuständen aber will nichts geschont sein: das ist “reif.”

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Vorrede.

Wer die Begierden einer hohen und wählerischen Seele hat und nur selten seinen Tisch gedeckt, seine Nahrung bereit findet, dessen Gefahr ist heute keine geringe. In ein lärmendes und pöbelhaftes Zeitalter hineingeworfen, mit dem er nicht aus Einer Schüssel essen mag, kann er leicht vor Hunger und Durst, oder, falls er endlich dennoch “zugreift”—, vor Ekel zu Grunde gehn. Dies war die Gefahr meiner Jugend, einer ungesättigten, sehnsüchtigen, vereinsamten Jugend; und die Gefahr kam auf die Höhe, als ich eines Tages begriff, was für Speisen ich zuletzt doch mir zugeführt, und wozu mich der ungestüme Hunger und Durst meiner Seele verlockt hatte. Es war im Sommer 1876. Damals stieß ich, wüthend vor Ekel, alle Tische von mir, an denen ich bis dahin gesessen hatte, und ich gelobte mir, lieber zufällig und schlecht, lieber von Gras und Kraut und unterwegs, wie ein Thier, lieber gar nicht mehr zu leben als meine Mahlzeiten mit dem “Schauspieler-Volk” und den “höheren Kunstreitern des Geistes”—solche harte Ausdrücke gebrauchte ich damals—zu theilen:—denn ich schien mir unter lauter Cagliostros und unächte Menschen gerathen zu sein, und zürnte und tobte darüber, dort geliebt zu haben, wo ich hätte verachten sollen.

Nachdem ich endlich ruhiger geworden war, obschon durchaus nicht billiger und versöhnlicher, löste ich mich langsam und ohne Unart aus meiner bisherigen “Gesellschaft” und gieng auf die Wanderschaft,—krank, lange Jahre krank. Eine große, immer größere Loslösung—denn philosophische Menschen treiben das Einzelne gern ins Allgemeine—eine willkürliche “Entfremdung” war in jener Zeit meine einzige Labsal: ich prüfte Alles, woran sich bis dahin überhaupt mein Herz gehängt hatte, ich drehte die besten und verehrtesten Dinge und Menschen um und sah mir ihre Kehrseite an, ich that das Umgekehrte mit Allem, woran sich bisher die menschliche Kunst der Verleumdung und Verlästerung am besten geübt hat. Es war ein böses Spiel: ich war oft krank daran,—aber mein Entschluß blieb stehen. Ich “zerbrach mein verehrendes Herz” selber und sah mir noch seine gebrochenen Stücke und deren Kehrseiten an,—nicht ohne vielerlei neue Lust und Neugierde: denn man ist in dem Grade grausam als man der Liebe fähig ist. Endlich kam ich, Schritt vor Schritt, zu der letzten Forderung meiner innewendigen Härte: ich setzte mir die beste Miene zu meinem bösen Spiele auf, lachte allen “Pessimismus” bei mir aus und wehrte mich boshaft gegen jeden Schluß, an dem Krankheit und Einsamkeit einen Antheil haben könnten:—“vorwärts, sagte ich mir, eines Tags wirst du gesund sein, heute genügt es, sich gesund zu stellen! Der Wille zur Gesundheit ist schon das allerbeste Heilmittel!”

Darauf machte ich zum ersten Male meine Augen auf—und sah alsbald viele Dinge und viele Farben der Dinge, wie sie ängstliche Eckensteher und um sich besorgte Geister, die immer zu Hause geblieben sind, niemals zu sehen bekommen. Eine Art Vogel-Freiheit, eine Art Vogel-Umblick, eine Art Mischung von Neugierde und Verachtung, wie sie Jeder hat, der unbetheiligt ein ungeheures Vielerlei übersieht—das war endlich der erreichte neue Zustand, mit dem ich es lange aushielt. Ein “freier Geist” und nichts mehr: so fühlte, so nannte ich mich damals; und ich war wirklich das Gegenstück derer geworden, welche sich um Dinge bekümmern, die sie nichts angehn,—mich giengen lauter Dinge an, die mich nicht mehr—“bekümmerten.”

Dies waren Jahre der Genesung: vielfältige Jahre voll bunter und schmerzlich-zauberhafter Begebnisse, von denen die Gesunden, die Vierschrötigen des Geistes eben so wenig Etwas begreifen und riechen dürften als die Krankhaften, die Verurtheilten, die zum Tode und nicht zum Leben Vorherbestimmten. Damals hatte ich “mich” noch nicht gefunden: aber ich war tapfer unterwegs nach “mir” und prüfte tausend Dinge und Menschen, an denen ich vorbei kam, ob sie nicht zu “mir” gehörten oder Etwas mindestens von “mir” wüßten. Welche Überraschungen gab es dabei! Welche Schauder! Welche kurze kleine Winkel des Glücks! Welches Ausruhen in der Sonne! Welche Zärtlichkeiten! Und immer wieder diese harte innere Stimme, welche befahl: “fort von hier! Vorwärts, Wanderer! Es sind noch viele Meere und Länder für dich übrig: wer weiß, wem Alles du noch begegnen mußt?”

Daß ich es also dankbar eingestehe: es sind mir damals, als ich die Regel “Mensch” zu studiren begann, seltsame und nicht ungefährliche Geister, mitunter sogar sehr freie Geister begegnet und über den Weg gelaufen,—und vor Allem Einer, und dieser immer wieder, kein Geringerer als der Gott Dionysos selber:—derselbe, dem ich einst, in viel jüngeren Jahren ein ehrfürchtiges und unschuldiges Opfer dargebracht hatte. Vielleicht finde ich noch einmal Muße und Stille genug, um meinen Freunden Alles, was ich von der Philosophie des Gottes Dionysos behalten habe, zu erzählen. mit halber Stimme, wie billig,—denn es handelt sich um vieles Heimliche, und manches Unheimliche. Daß aber Dionysos ein Philosoph ist und daß also auch Götter philosophiren, dünkt mich jedenfalls ein wichtiger und der sorgsamsten Mittheilung würdiger Umstand, welcher nichts gegen sich hat, außer daß er vielleicht nicht zur rechten Zeit bekannt wird: denn man glaubt heute ungern an Götter. Vielleicht, daß ich auch in der Freimüthigkeit meiner Erzählung etwas weiter gehen müßte, als den strengen Ohren meiner Freunde immer liebsam sein mag. Gewiß ist, daß der genannte Gott bei unseren Zwiegesprächen weiter gegangen ist und immer um einige Schritt mir voraus war: er liebt das Weitgehen! Ja, ich würde, falls es erlaubt wäre, ihm nach Menschenbrauch, schöne heuchlerische Prunk- und Tugend-Namen beizulegen, viel Rühmens von seinem Forscher- und Entdecker-Muthe, von seiner Redlichkeit, Wahrhaftigkeit und Liebe zur Weisheit zu machen haben. Aber mit allem diesem schönen Plunder und Prunk weiß ein solcher Gott nichts anzufangen. “Behalte dies, würde er sagen, lieber für dich und deines Gleichen, und wer sonst es nöthig hat! Ichhabe keinen Grund, meine Blöße zu decken.”

Man sieht, es fehlt dieser Art von Gottheit und Philosophen etwas an Scham. So sagte er gleich bei unserer ersten Unterredung zu mir: “unter Umständen liebe ich den Menschen—und dabei spielte er auf Ariadne an—: es ist ein angenehmes erfinderisches Thier, das auf Erden nicht seines Gleichen hat, es findet sich in allen Labyrinthen noch zurecht. Ich denke oft darüber nach, wie ich ihn noch vorwärts bringe und ihn stärker, böser und tiefer mache als er ist.”— Stärker, böser und tiefer? fragte ich erschreckt. “Ja, sagte er noch Ein Mal, stärker, böser und tiefer: auch schöner”—und dazu lächelte der Gott, wie als ob er eben eine bezaubernde Artigkeit gesagt habe. Man sieht hier zugleich: es fehlt dieser Gottheit nicht nur an Scham—; und es giebt überhaupt gute Gründe dafür, zu muthmaaßen, daß in einigen Stücken die Götter insgesammt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir sind menschlicher.

Und hiermit sind wir angelangt und am rechten Orte: nämlich am Ende. Denn man wird bereits sattsam begriffen haben, was es heißen soll: “Menschliches, Allzumenschliches.” Und warum dieses Buch “ein Buch für freie Geister” ist.

2.

Was an diesem Titel die Worte “Menschliches, Allzumenschliches” bedeuten sollen, habe ich schon zu verstehn gegeben—zum Mindesten für solche, die feine Ohren haben. Was aber in aller Welt dachte ich mir damals unter “freien Geistern,” nach denen ich den Angelhaken meines Buches auswarf? Es scheint, ich wünschte mir—Gesellschaft?

41 [10]

Darum kann ich die drei Glücksfälle meines Lebens nicht genugsam preisen, welche zur rechten Zeit noch ausglichen, worin ich etwa durch eine ungesättigte, sehnsüchtige und vereinsamte Jugend zu Schaden gekommen war. Das Erste war, daß ich zeitig in jungen Jahren eine achtbare und gelehrte Beschäftigung fand, welche mir erlaubte, mich in der Nähe der Griechen heimisch zu machen: wenn man mir diesen unbescheidnen aber deutlichen Ausdruck nachsehen will. Solchermaaßen bei Seite gerückt und auf das Beste unterhalten brachte ich nicht leicht über mich, über Etwas, das sich heute begiebt, heftig zu zürnen. Dazu kam, daß ich einem Philosophen ergeben war, der auf eine tapfere Art allem Gegenwärtigen zu widersprechen wußte, ohne doch durch ein Übermaaß von Verneinung die Ehrfurcht selber bei seinem Schüler zu entwurzeln. Endlich bin ich von Kindesbeinen an ein Liebhaber der Musik und auch jeder Zeit guten Musikern selber Freund gewesen: dies Alles zusammen ergab, daß ich wenig Grund hatte, mich um die heutigen Menschen zu kümmern:—denn die guten Musiker sind alle Einsiedler und außer der Zeit.

Ich war schon über die zwanziger Jahre hinaus, als ich dahinter kam, daß mir die Kenntniß der Menschen fehlte. Ist es denn wahrscheinlich, daß Jemand zum Menschenkenner werden könne, der seinen Sinn weder auf Ehren, noch auf Ämter, noch auf Geld, noch auf Weiber ernstlich gerichtet hat und die längsten Stücke jedes Tages mit sich allein verbringt? Hier gäbe es mancherlei Anlaß zu spotten, wenn es nicht wider den guten Geschmack wäre, daß der Urheber eines Buches dessen Vorrede dazu mißbraucht, über sich selber zu spotten. Genug, ich fand Gründe und immer mehrere und bessere Gründe, meinem Lobe wie meinem Tadel gründlich zu mißtrauen; zugleich erwachte eine heftige und plötzliche Neugierde nach “dem Menschen: kurz, ich beschloß, in eine harte und lange Schule zu gehen.

41 [11]

“Denken” im primitiven Zustande (vor-organisch) ist Gestalten-Durchsetzen, wie beim Crystalle.— In unserem Denken ist das Wesentliche das Einordnen des neuen Materials in die alten Schemata (= Prokrustesbett), das Gleich-machen des Neuen.

41 [12]

Schluß von I.

Ich sehe neue Philosophen heraufkommen. So wie ich euch kenne, meine Freunde, ihr freien Geister, so fliegen unter euch auch diese “Kommenden,” schöne, stolze Vögel!— ich

41 [13]

Was aber den angeführten Imperativ des deutschen Instinkts betrifft, welcher gebietet: “Keine neuen Juden mehr! Und die Thore nach dem Osten zu geschlossen halten!”—so dürfte die kluge Erwägung den deutschen Juden selber zu einer derartigen “Grenz-regulirung” rathen: ihre Aufgabe, in das deutsche Wesen hineinzuwachsen und zu einem deutscheren Typus des Ausdrucks und der Gebärde, endlich der “Seele” zu gelangen—denn dies ist der Gang, von Außen nach Innen, vom “Schein” zum “Sein”—darf nicht immer wieder durch die schauerliche und verächtliche Häßlichkeit neu einwandernder polnischer und russischer, ungarischer und galizischer Juden ins Unlösbare zurückgeschoben werden. Hier ist der Punkt, wo die Juden auch ihrerseits zu handeln, nämlich sich “Grenzen zu setzen” haben:—der einzige und letzte Punkt, in dem jüdischer und deutscher Vortheil sich noch zu einem gemeinsamen Vortheile ausgleichen könnte: aber freilich, es ist Zeit, ja die höchste Zeit!

41 [14]

Es gab bisher auch noch keine Deutsche Cultur. Gegen diesen Satz ist es kein Einwand, daß es in Deutschland große Einsiedler gab—Göthe z. B.: denn diese hatten ihre eigene Cultur. Gerade aber um sie herum, gleichsam wie um mächtige trotzige vereinsamt hingestellte Felsen, lag immer das übrige deutsche Wesen als ihr Gegensatz, nämlich wie ein weicher mooriger unsicherer Grund, auf dem jeder Schritt und Tritt des Auslandes “Eindruck” machte und “Formen” schuf: die “deutsche Bildung” war ein Ding ohne Charakter, eine beinahe unbegrenzte Nachgiebigkeit.

41 [15]

— ich lachte ein armes anmaaßliches moderiges Buch öffentlich zu Tode, in das sich die “deutsche Bildung” vernarrt hatte,—nun, man kann auf Erden noch manchen gefährlicheren Gebrauch von seinem Gelächter machen! Vielleicht habe ich selbst unversehens dabei einen alten Mann, den alten würdigen David Strauß, virum optime meritum, “umgebracht”?—man giebt es mir zu verstehen. Aber so bringt es Krieg und Sieg mit sich; und ich will mit gutem Gewissen noch ganz andre Menschenleben einmal “auf dem Gewissen” haben! Nur die Weiber fort, auch die männlichen Klage-Weiber und Zärtlinge! Das versteht nichts vom Kriegs-Handwerk und jammert sich halbtodt über jeden “Mangel an Schonung.” Damit etwas Andres anfangen könne, muß man hier erst ein Ende machen: ich hoffe doch, daß man—mich hier—versteht? An der “deutschen Bildung” aber will nichts mehr geschont sein: hier muß man seiner selbst nicht schonen und endlich ein Ende machen—oder Etwas Anderes kann gar nicht anfangen

41 [16]

Die Deutschen sind tief.
der christliche Europäer.
der deutsche Geist
jener unbedenkliche Enthusiast.
die Demagogen in der Kunst.
Vom Rückgange der Wagnerei.
Wie wenig der deutsche Stil
die Juden
Ranke, der beschönigende Advokat der Thatsache

11, 41[1-16] August-September 1885

41 [1]

Зильс-Мария, конец августа 1885 г.

Фридрих Ницше, собрание сочинений.

Первенцы.Рождение трагедии.
 Несвоевременные размышления.
 Речь о Гомере.

Человеческое, слишком человеческое. Книга для свободных умов.

«Между нами». Смешанные мнения и изречения.

Утренняя заря. Мысли о моральных предрассудках

Gai saber. Прелюдия к философии будущего.

Так говорил Заратустра. Книга для всех и ни для кого.

Полдень и вечность. Завещание прорицателя.

«Exultabit Solitudo et florebit quasi lilium».
Исайя

41 [2]

Новое несвоевременное размышление.—

1.

В юные годы мы чтим и презираем до безумия и отдаем свои самые нежные и высокие чувства объяснению людей и вещей, которые к нам не относятся, так же как и мы не относимся к ним. Сама юность есть нечто искажающее и вводящее в обман. Кажется, будто гнев и ярость, присущие юности, вообще не могут утихомириться до тех пор, пока не «исказят» людей и вещи до такой степени, чтобы использовать их для разрядки своих аффектов. Позже, становясь сильнее, глубже и «правдивее», мы пугаемся, когда узнаем, как мало мы тогда понимали, принося жертвы на этот алтарь. Мы злимся, что не видели в своих кумирах всего этого тщеславия, хвастовства, неискренности, приукрашивания, актерства, негодуем на свое самоослепление, словно то была нечестная слепота. В этом переходном состоянии мы мстим самим себе недоверием; мы настороженно относимся к своим «восторженным чувствам», и даже «чистая совесть» кажется нам некоей опасностью, самозаволакиванием и усталостью внутренней честности. Но проходит очередной десяток лет, и мы понимаем, что и во всем этом — еще была юность.

2.

То, что я писал когда-то, в свои «юные годы», о Шопенгауэре и Рихарде Вагнере, и не столько писал, сколько рисовал — быть может, в слишком смелых, сверх-мужественных, сверх-юношеских al fresco, — мне меньше всего хочется проверять сегодня в деталях на «истинность» и «ложность». Но даже если я тогда заблуждался, моя ошибка не принесет бесчестия ни вышеназванным, ни мне! В таком заблуждении что-то есть; кое-что есть и в том, что привело именно меня к этому заблуждению. Во всяком случае, когда я решил писать «философа», «художника», а заодно и свой собственный «категорический императив», неоценимым благодеянием для меня было то, что я накладывал свои мазки не на несуществующие полотна, а на уже прочерченные фигуры. Сам того не зная, я говорил только для себя и, в сущности, только о себе. Однако все, что я тогда пережил, было типично для людей определенного склада, помочь которым выразить себя — — — И кто читает те сочинения с юной и пламенной душой, тот, вероятно, догадается о трудных обетах, которыми я тогда связал себя ради своей жизни — благодаря которым я решился жить своей жизнью; и пусть он станет одним из немногих, кто сможет решиться на такую жизнь и такие обеты!

3.

Было время, когда я начал тайком смеяться над Рихардом Вагнером, — в ту пору, когда он приноровился к своей последней роли и стал выступать перед своими дорогими немцами с ужимками чудотворца, провозвестника спасения, пророка, даже философа. И так как тогда я еще не перестал любить его, мой собственный смех терзал мое сердце: так бывает с каждым, кто обретает независимость от своего учителя и находит, наконец, свой собственный путь. В это время возникла нижеследующая темпераментная статья, из которой некоторые молодые немцы, как мне кажется, еще и сегодня могут извлечь для себя пользу; сам же я, в соответствии с моим нынешним настроением, хотел бы высказать все то же самое спокойнее, сердечнее и бережнее. Между тем я слишком много узнал о болезненной и страшной трагедии, скрывающейся за жизнью такого человека, каким был Рихард Вагнер.

4.

Вне всякого сомнения, Рихард Вагнер дал немцам и т.д.

5.

Но Рихард Вагнер как музыкант? — «Рихард Вагнер и несть ему конца»: таков сегодняшний лозунг. Но у нас, друзей музыки, уже кончается терпение. Мы так долго делали хорошую мину при плохой игре вагнерианства и с помощью всех добродетелей и эстетик уговаривали себя и внушали себе в течение долгого дождливого дня: «как прекрасна и плохая погода! Сколько прелести скрыто в складках непогоды! Как тонко понимает дождь свою «бесконечную мелодию»! Как несравненно сверкает молния посреди этой долгой серой тоски! А гром: как прекрасен хроматизм грома!» Но наконец-то, наконец нам захотелось вновь увидеть над собой и прояснившееся небо и по крайней мере пережить прекрасный вечер, который мы заслужили, после такого добродетельного, но и такого недоброго дня! — В самом деле? Вечер? В самом деле уже «наступает вечер»? И наше лучшее искусство, музыка, клонится к закату? Друзья мои, перед вами тот, кто не верит этому! До вечера еще далеко! И Вагнер не день и не вечер нашего искусства, а всего лишь опасный инцидент, исключение и знак вопроса, поставленный нашей совестью! Мы своевременно научились говорить Нет! Каждый порядочный и глубокий музыкант говорит сегодня Нет Вагнеру и самому себе, если он «вагнеризирует», — особенно если он прошел основательную школу Вагнера, учился у Вагнера.

6.

Тем хуже, правда, обстоит дело с менее одаренными, а также с жадными до денег и славы музыкантами: именно для них в способе Вагнера сочинять музыку скрыто множество изысканных искушений. С помощью вагнеровских средств и приемов легко сочинять музыку, и это, учитывая демагогическое стремление нынешних художников возбуждать «массы», может быть доходнее, то есть «действеннее», «грандиознее», «убедительнее», «увлекательнее» и как там еще звучат любимые предательские слова театральной черни и дилетантских мечтателей. Но что, в конце концов, значит в вопросах искусства шум и воодушевление «масс»! У хорошей музыки никогда не бывает «публики», она не «публична» и никогда не может быть публичной, она принадлежит самым изысканным, она, образно говоря, может быть только «камерной». «Массы» лучше всего воспринимают того, кто умеет им льстить; они по-своему благодарны всем демагогическим талантам и, как умеют, воздают им должное. (Как «массы» умеют благодарить, с каким «умом» и «вкусом», наглядно продемонстрировала смерть Виктора Гюго. Было ли за все столетия существования Франции напечатано и сказано столько унижающей ее достоинство бессмыслицы, как во время этого события? Но и во время похорон Рихарда Вагнера лесть благодарности вознеслась до «благочестивого» пожелания: «избавление избавителю!» —)

NB. Нет сомнения в том, что искусство сегодня воздействует на массы; разве то, что оно в состоянии это делать, не характеризует самое это искусство? Трех вещей никогда не понимали «массы»: благородства, логики и красоты; pulchrum est paucorum hominum, не говоря уже о еще лучшей вещи, о великом стиле, о котором даже самые высокоодаренные музыканты новейшего времени до сих пор не могут говорить Да или Нет: у них еще нет на это права, они далеки от него и стыдятся его, и этот стыд был их высочайшей высотой. Дальше всех от великого стиля Вагнер: необузданное и героически-хвастливое начало его художественных средств прямо-таки противоречит высокому стилю, как и нежно-соблазнительное, многообразно-привлекательное, беспокойное, неопределенное, захватывающее, мимолетное, тайно-экзальтированное, весь этот «сверхчувственный» маскарад больных чувств, все то, что можно назвать типично «вагнеровским». И все же, вопреки полнейшей неспособности к нему, Вагнер поглядывает в сторону великого стиля, это он-то, не обладавший способностью даже к обычной, правильной, настоящей логике! Он достаточно хорошо знал это, он вовремя это понял, но тут же с несомненной ловкостью актера, свойственной его искусству, начал толковать свои недостатки как преимущества. В нелогичном, полулогичном заключено много соблазна — это Вагнер основательно угадал, — особенно для немцев, которые неясность принимают за «глубину». Ему не дана была мужественность и строгость логического развития — и он обратился к «более действенному» искусству! «Музыка, — учил он, — всегда лишь средство, целью является драма». Драма? Нет, поза! Так понимал это Вагнер применительно к себе самому. Прежде всего захватывающая поза! Нечто способное потрясти и вселить ужас! Какое ему дело до «достаточного основания»! Своеобразная многозначительность, даже в ритмической фразировке, относится к его самым любимым художественным приемам, нечто вроде опьянения и лунатизма, прием, который уже не знает, что значить «следовать», и высвобождает волю к слепому послушанию и уступчивости. Стоит только взглянуть на наших женщин, когда они «вагнеризированы»: какая «несвобода воли»! Какой фатализм в потухшем взгляде! Какая покорность и податливость! Быть может, они даже догадываются, что в этом состоянии «подвешенной» воли наделены большими чарами и большей привлекательностью для иных мужчин? Еще один повод для преклонения перед их Калиостро и чудодеем! У настоящих «менад» поклонения Вагнеру можно даже без сомнения говорить об истерии и болезни: что-то не так с их половой жизнью; или они бездетны, или, в лучшем случае, им недостает мужчин.

7.

Что касается юношей, преклоняющихся перед Вагнером, то они, как правило, не очень музыкальны. (Один из лучших как-то даже чистосердечно признался мне: «Я совсем не разбираюсь в музыке, но в Вагнере соединилось все доброе, что есть сегодня: он антисемит, вегетарианец и ненавидит вивисекцию»). Вагнеровские юноши, в некотором отношении юноши очень приятные и благородные, почитают в Вагнере примерно то же, что почитали страстные ученики Виктора Гюго в 1828 году в своем кумире: прежде всего мастера великих слов и жестов, сторонника восторженных чувств и всех возвышенных инстинктов, а также смелого новатора и разрушителя цепей в борьбе и столкновениях с более старой, строгой и, вероятно, более ограниченной школой искусства, открывателя новых подходов, новых взглядов, новых далей, новых глубин и высот; наконец, но не в последнюю очередь, немецкая молодежь почитает в Вагнере повелительный тон, способность громко командовать, увлекаться только самим собой, ссылаться только на себя самого, упрямо говорить Да только себе самому — и всегда во имя «избранного народа», во имя немцев! — короче говоря, она почитает в нем народного трибуна и демагога. Эти восторженные юноши еще не видят, сколько дурного, даже отвратительного вкуса в этой вагнеровской «самоинсценировке»: юность имеет право на дурной вкус, это ее право. Но если возникнет желание понять, куда может завести невинность и бездумная готовность юношества следовать за старым неутомимым крысоловом, то следовало бы присмотреться к тому литературному болоту, из которого состарившийся мастер любил петь со своими «учениками» (подходит ли здесь слово «петь»?): я имею в виду пользующиеся дурной славой «Байройтские листки». Это и в самом деле болото: претенциозность, германофильство и ужасная, хаотическая путаница понятий, приправленная невыносимой приторностью «сладчайшего» сострадания, к тому же наметившаяся склонность к зеленым овощам и целенаправленная елейность и сентиментальность по отношению к животным, соседствующие с неприкрытой, настоящей, основательной ненавистью к науке и вообще с поношениями и издевательством над всем, что стоит и стояло на пути Вагнера, — о, как мешали его влиянию более благородная натура Мендельсона, более чистая натура Шумана! — и при этом хитрое высматривание новых групп поддержки, «предупредительность» по отношению к сильным партиям, например, совершенно нечистоплотное заигрывание с христианскими символами — Вагнер, прежний атеист, антиномист и имморалист, елейно воззвал к «крови Спасителя»! — в целом же это наглость старого, испорченного чрезмерным поклонением верховного жреца, который в форме откровений оглашает свои смутные чувства, касающиеся всех мыслимых, для него абсолютно недоступных и запретных сфер мышления; и все это на немецком, на таком неясном и утрированном болотном немецком, до которого не опускались даже самые враждебные этому языку ученики Гегеля!

8.

Может быть, только сейчас стало ясно, куда относится Вагнер: не к великому ряду настоящих, истинных людей высшего ранга, не к этому олимпийскому «двору всех дворов». Скорее Вагнеру подобает совсем иной ранг и совсем иная честь — отнюдь не малая и не низкая: Вагнер — один их тех трех актерствующих гениев искусства, от которых толпа в этом столетии — а это и есть «столетие толпы»! — едва ли не впервые узнала о таком понятии, как «художник»; я имею в виду трех удивительных и опасных людей, Паганини, Листа и Вагнера, которые, находясь где-то в середине между «богом» и «обезьяной», были столь же предназначены для «подражания», как и для изобретения, для творчества в рамках самого искусства подражания, и которые инстинктивно угадали, что нужно изобретательно и широко использовать в целях исполнения, выразительности, воздействия, очарования и обольщения. В роли демонических посредников и исполнителей они стали — и остаются сегодня — виртуозами среди художников интерпретации вообще: всякий, кто вращался в этих кругах, учился у них, так что очаг и особенно происхождение «культа Вагнера» следует искать в среде актеров и исполнителей музыки любого сорта. Если отвлечься от этих кругов, которые имеют право на свою веру и свои суеверия, и обратиться к феномену этих трех гениев актерства и их самому сокровенному и самому общему значению, у меня всякий раз неизбежно возникает один и тот же вопрос: не является ли то, что нашло в этих троих мнимое новое выражение, всего лишь старым и вечным «Калиостро», только в новом облачении, на новой сцене, «переведенным на язык музыки», на язык религии в полном соответствии со вкусами нового столетия — как уже было сказано, столетия толпы? Иными словами, уже не в облике соблазнителя аристократической и усталой культуры, как Калиостро, а в облике демагогического Калиостро? — И наша музыка, с помощью которой здесь «очаровывают», — что, скажите на милость, значит наша немецкая?

9.

Этот поздний Вагнер, в сущности разбитый и преодоленный художник, тем не менее не сумевший отказаться от великого актерства, этот Вагнер, который в конечном счете даже говорил о «восторгах», которые он научился извлекать из протестантской тайной вечери, и в то же самое время своей музыкой к «Парцифалю» протягивал руку всему собственно римскому, этот везде предлагающий свои услуги льстец всякого немецкого тщеславия, немецкой неясности и претенциозности, этот поздний Вагнер считается последней и наивысшей вершиной нашей музыки и выражением наконец-то достигнутого синтеза «немецкой души», истинным немцем? — Летом 1876 года я отрекся от этой веры, и с тех пор началось то движение немецкой совести, которое сегодня все более серьезно, все более ясно заявляет о себе, — и отступление вагнерианства!

41 [3]

Есть лишь родовая аристократия, лишь аристократия крови. (Я говорю здесь не о словечке «фон» и не о календаре издательства Гота: вставка для ослов.) Когда говорят об «аристократах духа», чаще всего хотят что-нибудь скрыть; это, как известно, любимое слово честолюбивых евреев. Сам по себе дух не облагораживает: сначала нужно что-то, что придает благородство духу. — Что же нужно для этого? Благородство происхождения.

41 [4]

Немецкая философия в целом—Лейбниц, Кант, Гегель, Шопенгауэр, если называть только великих,—есть основательнейший из существовавших до сих пор видов романтизма и ностальгии: тоска по лучшему, что было когда-то. Нигде больше не чувствуешь себя уютно и в конечном счете стремишься назад, ибо там можно было чувствовать себя как дома, а именно—к греческому миру! Но именно на пути в этот мир сломаны все мосты—за исключением радуг понятий! Они ведут ко всем родинам и «отечествам», в которых обитали греческие души! Правда, нужно быть очень тонким, очень легким, очень нежным, чтобы пройти по этому мосту! Зато какое счастье заключено в этой воле к духовности, почти к призрачности! Как далеко уходишь тогда от «давления и толчков», от механистических глупостей естественных наук, от ярмарочного шума «современных идей»! Мы хотим назад, через отцов церкви к грекам, с севера на юг, от формул к формам; мы наслаждаемся закатом античности, христианством, как средством получить доступ к ней, как существенной частью самого древнего мира, как сверкающей мозаикой античных понятий и античных оценок. Арабески, вычурность, рококо схоластических абстракций—это все еще лучше, то есть тоньше и изысканнее, нежели мужицкая, плебейская реальность европейского севера: это все еще протест высшей духовности против крестьянской войны и восстания черни, которая подчинила себе духовные вкусы на севере Европы и имела своим вожаком великого «бездуховного человека»—Лютера.—С этой точки зрения немецкая философия есть часть Контрреформации, даже Возрождения, по крайней мере воли к Возрождению, воли к продолжению открытия античности, откапывания античной философии, прежде всего досократиков—самого засыпанного из всех греческих храмов! Быть может, через несколько столетий станут говорить, что истинное достоинство всей немецкой философии заключается в постепенном возвращении античной почвы и что любая претензия на «оригинальность» звучит мелочно и смешно в сравнении с высшим притязанием немцев на восстановление казавшихся разрушенными связей с греками, с высшим до настоящего времени типом «человека». Сегодня мы снова приближаемся к тем основополагающим формам толкования мира, которые изобрел греческий дух в лице Анаксимандра, Гераклита, Парменида, Эмпедокла, Демокрита и Анаксагора: мы с каждым днем становится все более греками, сначала, как и полагается, в понятиях и оценках, как своего рода грецизирующие призраки,—но есть надежда, что со временем мы сблизимся с ними и в нашем теле! В этом заключается (и заключалась всегда) моя надежда на немецкий характер!

41 [5]

Стоит только раскрыть книгу, написанную женщиной, — и сразу вздыхаешь: «еще одна несостоявшаяся кухарка!»

41 [6]

К наивысшим и августейшим человеческим радостям, в которых бытие празднует свое собственное просветление, приходят, как и следует ожидать, только самые избранные, наиболее удавшиеся — но и они только тогда, когда они сами и их предки проживут долгую подготовительную жизнь на пути к этой цели, даже не зная о ней. Тогда в таком человеке уживаются переливающееся через край богатство многообразных сил с проворной силой «свободной воли» и распоряжения властью; тогда духу уютно в чувстве, а чувству — в духе, а все, что происходит в сфере духа, необходимым образом вызывает в сфере чувства тонкое и чрезвычайное счастье и игру сил. И наоборот! — вспомним о происходящих при удобном случае переходах от одного к другому у Хафиза; предчувствия этого процесса есть даже у Гёте, хотя и в ослабленном виде. Можно предположить, что у таких совершенных и удавшихся людей даже самые чувственные естественные отправления просветляются аллегорией опьянения высшей духовности; они ощущают в себе своего рода обожествление тела и максимально удалены от философии аскетов, утверждавшей, что «бог есть дух». При этом выясняется, что аскет — это «неудавшийся человек», который считает добрым и называет «богом» лишь нечто в себе, а именно то, что судит и осуждает. С высоты радости, когда человек чувствует себя всецело обожествленной формой и самооправданием природы, вплоть до радостей здоровых крестьян и здоровых полулюдей, полузверей — всю эту длинную, огромную, светлую и красочную лестницу счастья грек, не без благодарного ужаса человека, посвященного в тайну, не без великой осторожности и благочестивого умолчания, называл именем бога Диониса. — Что знают новейшие люди, дети хрупких, страдающих разнообразными недугами, странных матерей, о размере греческого счастья, — что могут они знать об этом! Откуда рабы «современных идей» возьмут право на дионисийские празднества!

41 [7]

Когда «расцветали» греческое тело и греческая душа, причем отнюдь не в состоянии болезненной экзальтации и сумасбродства, тогда и возник таинственный символ высшего на земле утверждения мира и объяснения бытия. Был задан масштаб, рядом с которым все, что впоследствии вырастало, оказывалось слишком коротким, слишком бедным, слишком узким. Стоит только произнести слово «Дионис» перед лицом лучших новейших имен и вещей, например перед Гёте, или Бетховеном, или Шекспиром, или Рафаэлем, — и мы сразу почувствуем, что лучшие наши вещи и мгновения приговорены. Дионис — это судья! — Вы меня поняли? Нет сомнения в том, что греки, опираясь на свой дионисийский опыт, пытались объяснить последние тайны «судьбы души» и все то, что они знали о воспитании и объяснении, прежде всего о незыблемом ранговом порядке и ценностном неравенстве людей; в этом заключается великая глубина греков и великое молчание относительно них: мы до тех пор не узнаем греков, пока будет засыпан тайный подземный ход, ведущий к ним. Назойливые глаза ученых никогда и ничего не увидят в этих вещах, сколько бы учености они ни использовали на службе своих раскопок. Даже благородное рвение таких друзей древности, как Гёте и Винкельман, именно здесь несет в себе нечто недопустимое, нескромное. Ждать и готовиться; дождаться, когда забьют новые ключи; в одиночестве готовиться к чужим лицам и чужим голосам; все сильнее очищать душу от ярмарочной пыли и шума этого столетия; преодолевать все христианское с помощью сверххристианского, а не просто отмахиваться от него, ибо христианское учение было направлено против учения дионисийского; заново открывать в себе Юг и простирать над собой светлое, блестящее, таинственное южное небо; заново обретать южное здоровье и скрытую мощь души; шаг за шагом становиться всеохватнее, наднациональнее, все более европейцами, сверхевропейцами и людьми Востока и, наконец, все более становиться греками, ибо греческое начало было первой великой связью и синтезом всего восточного и тем самым началом европейской души, открытием нашего «нового мира». Кто живет, руководствуясь этими императивами, — кто знает, что встретится ему однажды? Быть может, именно — новый день!

41 [8]

В юные годы я объявил войну состоянию немецкого образования и смело сражался с ним; поступать по-другому нельзя. Нужно гнать прочь женщин, и не только их, но и бабенок мужского пола, а также неженок! Они ничего не смыслят в войне и до полусмерти причитают над каждой пролитой каплей крови. Меня упрекают в том, что я якобы «погубил» старого Давида Штрауса. Должно быть, на моей совести будут и другие человеческие жизни, — но того требуют война и победа. Если какая-то вещь созрела для смерти, какой смысл искусственно поддерживать в ней жизнь, беречь и пеленать ее? В состоянии немецкого образования ничто не заслуживает бережного отношения: оно «созрело».

41 [9]

Предисловие.

У кого душа полна возвышенных и придирчивых желаний и кто редко находит свой стол накрытым, а свою еду приготовленной, тому сегодня грозит немалая опасность. Брошенный в шумное, вульгарное столетие, с которым он не любит есть «из одной миски», он легко может погибнуть от голода и жажды, а если все же «угостится», то и от отвращения. В этом была опасность моей юности, моей голодной, тоскливой и одинокой юности; опасность достигла высшей точки, когда я однажды понял, что за блюда мне подсовывали и к чему влекли меня неистовый голод и жажда моей души. Это было летом 1876 года. Пылая гневом от отвращения, я тогда опрокидывал все столы, за которыми до того сидел, и дал себе обет лучше питаться случайно и плохо, травой и ботвой, в пути, как животное, лучше не жить совсем, чем разделять свои трапезы с «народом актеров» и «виртуозными наездниками духа» — такие суровые выражения употреблял я тогда, — ибо мне казалось, что я попал в среду сплошных Калиостро и неискренних людей, и я злился и неистовствовал из-за того, что любил там, где должен был ненавидеть.

Когда я, наконец, стал спокойнее, хотя и вовсе не справедливее и примирительнее, я постепенно и воспитанно отделился от моего прежнего «общества» и отправился странствовать — больной, болевший долгие годы. Великое, все возраставшее отторжение — ибо люди философского склада охотно переводят единичное во всеобщее, — преднамеренное «отчуждение» было в то время моей единственной утехой: я испытывал все, к чему до того был привязан сердцем, переворачивал лучшие, самые почитаемые мной вещи и самых почитаемых мной людей и вглядывался в их изнанку, я поступал со всем вопреки тому, в чем так наловчилось человеческое искусство клеветы и поношений. Это была недобрая игра: она нередко доводила меня до болезни — но я не изменил своего решения. Я сам «разбил свое почитающее сердце» и разглядывал его осколки и их обратную сторону — не без большого и нового для меня удовольствия и любопытства: мы жестоки в той же мере, в какой способны на любовь. Наконец, шаг за шагом, я подошел к последнему требованию своей внутренней жестокости: стал делать хорошую мину при своей недоброй игре, высмеивал любой «пессимизм» в себе и гневно отвергал любое заключение, в котором могли бы участвовать болезнь и одиночество. «Вперед, — говорил я себе, — когда-нибудь ты будешь здоров, а на сегодня достаточно притвориться здоровым! Воля к здоровью и есть самое лучшее лечебное средство!»

После этого я впервые открыл глаза — и тотчас увидел многие вещи и многие краски вещей, каких никогда не увидят пугливые бездельники и озабоченные умы, постоянно сидящие дома. Это была своеобразная свобода и возможность обзора, как у птиц, своего рода смесь любопытства и презрения, знакомая каждому, кто бесстрастно обозревает необъятное множество вещей, — наконец, это было обретенное мной новое состояние, которое я мог долго выдерживать. «Свободный ум» и ничего более — так я чувствовал, так называл себя тогда; я действительно стал противоположностью тех, кто озабочен вещами, не имеющим к ним отношения: меня касались только те вещи, которые меня больше не «заботили».

Это были годы выздоровления, разнообразные годы, полные пестрых и болезненно-чарующих событий, о которых здоровые, неуклюжие духом могут догадываться столь же мало, как и недужные, приговоренные, предназначенные не для жизни, а для смерти. Тогда я еще не нашел «себя», но я храбро шел по пути к «себе» и проверял тысячи встречавшихся на моем пути вещей и людей — относятся ли они ко «мне» или хотя бы что-нибудь знают обо «мне». Какие сюрпризы поджидали меня! В какую дрожь меня бросало! Какие уютные уголки счастья попадались! Какой покой под солнцем! Какая нежность! Но снова и снова твердый внутренний голос приказывал: «Прочь отсюда! Вперед, странник! Тебя ждут еще много морей и стран; кто знает, что еще встретится на твоем пути?»

Должен признаться с благодарностью: когда я начал изучать правило «человек», мне стали попадаться странные и небезопасные, а иногда даже очень свободные умы, и в первую очередь не кто иной, как сам бог Дионис — тот самый, которому в юные годы я принес благоговейную и невинную жертву. Быть может, у меня еще будет достаточно досуга и покоя, чтобы поведать своим друзьям все, что я узнал о философии бога Диониса, — поведать вполголоса, как и полагается, ибо речь пойдет о вещах таинственных и подчас страшных. Но в том, что Дионис философ и что, следовательно, боги тоже философствуют, мне в любом случае видится важное и заслуживающее подробнейшего рассказа обстоятельство, против которого можно привести только одно возражение: оно стало известно не вовремя, так как сегодня неохотно верят в богов. Быть может, в откровенности своего повествования я вынужден буду пойти немного дальше, чем будет приятно для слуха моих друзей. Несомненно, однако, что вышеназванный бог в наших с ним диалогах заходил еще дальше и всегда был на шаг впереди меня: он любит забегать вперед! Я бы, будь мне позволено, по принятому среди людей обычаю наделил его красивыми, льстивыми именами, говорящими о его великолепии и добродетельности, воздал большую хвалу его мужеству исследователя и первооткрывателя, его искренности, правдивости и любви к мудрости. Но такому богу, как Дионис, ни к чему весь этот пышный хлам. «Лучше оставь его себе, — сказал бы он мне, — а также тем, кто равен тебе, и всем, кто в этом нуждается! У меня нет оснований прикрывать свою наготу».

Как видно, этому божеству и этой философии недостает стыдливости. Уже во время нашей первой беседы он сказал мне: «В известных обстоятельствах я люблю человека, — при этом он намекал на Ариадну, — это приятный изобретательный зверь, которому нет равных на земле, он находит выход из любого лабиринта. Я часто думаю о том, как помочь ему на этом пути и сделать еще сильнее, злее и глубже, чем он есть». — «Сильнее, злее и глубже?» — испугался я. — «Да, — повторил он, — сильнее, злее и глубже — а также прекраснее», — и улыбнулся, будто изрек очаровательную любезность. Отсюда видно, что божеству этому недостает не только стыдливости и что вообще есть веские основания полагать: в некотором отношении всем богам не мешало бы кое-чему поучиться у нас, людей. Мы человечнее.

Тем самым мы прибыли туда, куда и шли, — к концу. Ибо сказанного выше более чем достаточно, чтобы понять, что значит «Человеческое, слишком человеческое». И почему это «книга свободных умов».

2.

Я уже дал понять, что значат в этом заглавии слова «Человеческое, слишком человеческое», — по крайней мере для людей с тонким слухом. Но кого же я тогда имел в виду под «свободными умами», которых хотел поймать на крючок своей книги? Кажется, я желал для себя — общества?

41 [10]

Поэтому я не устаю благодарить судьбу за три счастливых случая, которые в нужный момент компенсировали ущерб, причиненный мне моей ненасытной, тоскующей и одинокой юностью. Первым было то, что я в юные годы нашел почтенное и ученое занятие, позволившее мне чувствовать себя как дома вблизи греков, — да простится мне это нескромное, но вполне понятное выражение. Отодвинутый таким образом в сторону от современной жизни и занятый интереснейшим делом, я с трудом заставлял себя сильно злиться на то, что происходило вокруг. Вдобавок я был предан одному философу, который умел мужественно противоречить всему современному, не искореняя чрезмерным отрицанием само чувство благоговения у своего ученика. Наконец, я с малых лет увлекся хорошей музыкой и всегда дружил с хорошими музыкантами; все это вместе привело к тому, что у меня было мало оснований заботиться о современных людях:— ведь все хорошие музыканты отшельники, они живут вне времени.

Мне было уже больше двадцати лет, когда я понял, что мне недостает знания людей. Разве может стать знатоком людей тот, чьи мысли не заняты всерьез ни почестями, ни должностями, ни деньгами, ни женщинами и кто большую часть дня проводит наедине с собой? Здесь можно было бы найти не один повод для насмешки, если хорошему вкусу не противоречило бы то обстоятельство, что автор книги использует предисловие для насмешек над самим собой. Одним словом, у меня было достаточно оснований, и оснований все более веских, не доверять ни своим похвалам, ни своим порицаниям. Одновременно во мне пробудилось сильное и внезапное любопытство к людям: короче говоря, я решил пройти суровую и долгую школу.

41 [11]

«Мышление» в примитивном (доорганическом) состоянии — это выявление форм, как в кристалле. — Главное в нашем мышлении — уложить новый материал в старые схемы (= прокрустово ложе), уравнивание нового.

41 [12]

Конец I.

Я вижу, как появляются новые философы. Насколько я знаю вас, друзья мои, свободные умы, и среди вас летают эти «появляющиеся», прекрасные, гордые птицы! — я

41 [13]

Что же касается упомянутого императива немецкого инстинкта, который гласит: «Не нужно больше новых евреев! Запереть двери с востока!» — то по зрелом размышлении немецкие евреи сами должны прийти к подобному «урегулированию границ»; их задача врастания в немецкий характер и достижения в большей мере немецкого типа выражения и мимики, а в конце концов и «души» — ибо таково направление движения, извне внутрь, от «видимости» к «бытию», — не должна без конца откладываться из-за ужасного, достойного презрения безобразия новых иммигрантов — польских и русских, венгерских и галицийских евреев. Вот та точка, с которой евреи должны сами начать действовать, то есть «ставить себе границы», — единственная и последняя точка, где выгода для евреев и выгода для немцев могут еще уравняться и стать общей выгодой; разумеется, уже время, самое время для этого!

41 [14]

До сих пор еще не было немецкой культуры. Это утверждение не опровергается возражением, что в Германии были великие отшельники — например Гёте: у них была собственная культура. Но именно вокруг них, словно вокруг могучих, упрямых и одиноких утесов, располагалась всегда остальная немецкая жизнь, им противоречившая, напоминавшая мягкую, болотистую, непрочную почву, на которой производил «впечатление» и создавал «формы» каждый шаг заграницы; «немецкое образование» не имело своего характера, отличалось почти безграничной уступчивостью.

41 [15]

— я засмеял до смерти убогую, претенциозную и затхлую книжонку, в которую без памяти влюбилось «немецкое образование»,— что ж, на земле можно найти для своего смеха и более опасное применение! Быть может, при этом я нечаянно «погубил» одного старика, достопочтенного Давида Штрауса, virum optime meritum,— мне дают это понять. Но того требуют война и победа, и я с чистой совестью готов «иметь на своей совести» и другие человеческие жизни! Только не жизни женщин, женоподобных жалобщиков-мужчин и неженок! Они ничего не понимают в военном деле и до полусмерти причитают по поводу «отсутствия бережного отношения». Чтобы положить начало чему-то другому, нужно покончить с этим; я все же надеюсь, что здесь меня — поймут? Однако в «немецком образовании» ничто не заслуживает бережного отношения: нужно покончить с ним — иначе не начнется ничто другое.

41 [16]

Немцы глубоки.
христианский европеец.
немецкий дух
тот благонадежный энтузиаст.
Демагоги в искусстве.
Об отступлении вагнерианства.
Как мало немецкий стиль
евреи
Ранке, приукрашивающий адвокат фактов

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